Einfach genial: Heizung zum Kühlen

Heizsysteme mit einer umweltfreundlichen Wärmepumpe erfreuen sich wachsender Beliebtheit: Wärmepumpen nutzen erneuerbare Ressourcen wie Wasser, Erdwärme oder Luft als Energiequelle und bringen diese durch einen Kältekreislauf auf ein höheres und damit für die Heizung nutzbares Temperaturniveau. Das umgekehrte Prinzip funktioniert seit vielen Jahrzehnten in Kühlschränken.

Eine entsprechend ausgestattete Wärmepumpe vereint beide Funktionen und ist damit nicht nur im Winter ein zuverlässiger Wärmelieferant, sondern kann an heißen Sommertagen auch die Innenräume herunterkühlen. Das spart das ganze Jahr Energie und der Nutzer kann auf die Anschaffung eines teuren Klimagerätes verzichten. “Diesen Komfortgewinn nutzen immer mehr Besitzer einer Wärmepumpe”, weiß Sven Kersten von der EnergieAgentur.NRW.

Wärmepumpen mit passiver oder aktiver Kühlung

Die Kühlung kann auf zwei Arten erfolgen: Bei aktiver Kühlung kehrt ein Umschaltventil den Prozess im Kältekreis der Wärmpumpe um. Ein vorhandenes Temperaturniveau wird aktiv, d. h. durch die Verdichterleistung abgekühlt.

Ein Vier-Wege-Ventil sorgt dabei sowohl für die automatische Umschaltung der Fließrichtung. Zusätzlich regelt das Ventil die Heiz- und Kühlfunktion voneinander unabhängig. Damit bleibt z. B. die Warmwasserbereitstellung im Sommer auch dann gewährleistet, wenn gleichzeitig die Innenräume gekühlt werden.

Bei einer passiven Kühlung nutzt die Wärmepumpe ein niedrigeres Temperaturniveau in der Umgebung des Hauses – z. B. den des Erdreichs oder des Grundwassers. Über einen Wärmetauscher wird das sogenannte „natural cooling“ auf das Heizsystem übertragen. Da der Kompressor der Wärmepumpe dabei nicht läuft, bleibt die Wärmepumpe „passiv“. Der Nachteil: Durch die warmen Außentemperaturen im Sommer sind dafür aber nur Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen geeignet.

Bei der passiven Kühlung lässt sich eine Temperaturabsenkung von zwei bis drei Grad Celsius erzielen. Wärmepumpen mit einer aktiven Kühlung erzielen eine höhere Kühlleistung, für dieses Prinzip ist allerdings ein größerer Installations- und damit höherer Kostenaufwand nötig.

Unser Extra-Tipp für optimales Energiesparen:

Bevor Sie sich für eine Wärmepumpe mit Kühlfunktion entscheiden, lassen Sie sich von einem Fachbetrieb oder Ihrem lokalen Energieversorger beraten. Diese Experten ermitteln, ob die Räumlichkeiten und Heizkörper für eine Kühlung durch die Wärmepumpe geeignet sind.

Grundsätzlich ist es auch von Bedeutung, ob die Wärmepumpe bei einer Sanierung oder einem Neubau zum Einsatz kommen soll. Eine fachgerechte Planung, Auslegung und richtige Dimensionierung der Wärmepumpe ist Voraussetzung für energieeffizientes und kostengünstiges Heizen und Kühlen.