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Tüftler James Dyson

Dyson: "Leidenschaft, Dinge zu verändern"

Sir James Dyson sorgt mit revolutionären Ideen und Erfindungen für Aufsehen.

Sir James Dyson, könnten Sie uns bitte erklären, warum man 299 Euro für einen Ihrer neuen Ventilatoren bezahlen soll? Sir James Dyson: Weil er viele Vorteile gegenüber einem normalen Ventilator hat. Anstatt eines starken Luftstroms bekommen Sie sanfte, behutsame Luftströme. Ich denke, Sie werden das mögen! Und vielleicht aufhören, eine Klimaanlage zu benutzen, die den Beton kühlt anstatt den Menschen. Ein Ventilator kühlt nur Sie. Er ist sicher, leicht zu reinigen im Gegensatz zu herkömmlichen Modellen und wird deshalb schon von Krankenhäusern in England gekauft. Aber wenn Sie das Geld nicht ausgeben wollen, kaufen Sie doch einen billigen.

Ihre Produkte arbeiten mit hoher Leistung. Wo bleibt da die Energieefizienz? Dyson: Die Staubsauger unserer Konkurrenten verbrauchen 2.000 bis 2.400 Watt. Wir haben schon immer Sauger mit geringerer Wattzahl produziert. Unsere Motoren sind kleiner, werden gedrosselt und kommen zum Beispiel mit 750 Watt aus. Wir entwickeln neue elektrische Motoren, die effizienter arbeiten. Geschwindigkeit ist ein Schlüssel dazu. Man kann sie schneller machen, kleiner und damit wirtschaftlicher. Ein gutes Beispiel dafür ist unser digitaler Motor in unseren neuen Akkusaugern.

Ist Energieersparnis heute ein Verkaufsargument? Dyson: In unserem Handtrockner arbeitet einer unserer ersten elektrischen Motoren und verbraucht nur ein Sechstel der elektrischen Energie eines herkömmlichen Handtrockners, der mit Wärme arbeitet. Wir pusten das Wasser von Ihren Händen – ohne Wärme. Und deshalb kaufen Firmen ihn, weil er viel weniger Strom verbraucht. Nicht unbedingt, weil er schneller trocknet und freundlicher zu Ihrer Haut ist.

Hand aufs Herz: Sparen Sie als Privatperson zu Hause Energie? Dyson: Ja, ich versuche es. Demnächst installiere ich daheim eine Fotovoltaikanlage, um Strom zu erzeugen. Leider lebe ich nicht am Meer, dann könnte ich die Kraft der Gezeiten verwenden. Auch in der Firma sparen wir Energie: Hier springt die Klimaanlage seit vergangenem Sommer erst bei 27 Grad an anstatt wie früher bei 23 Grad. Im Winter liegt die Höchsttemperatur bei 20 Grad, Sie müssen also einen Pullover tragen. Das brachte 30 Prozent Energieersparnis.

Was ist das Geheimnis Ihres Erfolges? Dyson: Ich bin Erfinder und das ist sehr wichtig, um neue Technologien entwickeln zu können. Dazu braucht es die Leidenschaft, Dinge zu verändern und besser zu machen. Das beinhaltet auch, dass wir Risiken eingehen. Wir stellen kleine Staubsauger her, die mit weniger Kraft arbeiten und unsere Konkurrenten tun genau das Gegenteil. Jeder sagt zurzeit zu mir: Was willst du auf dem Ventilatormarkt? Aber ich bin einfach ein Erfinder, der gerne Produkte entwickelt. Es liegt an den Menschen, ob sie diese kaufen möchten oder nicht. Weiter zu Seite 2

Was macht Ihr Unternehmen erfolgreicher – Ihre Technik oder das Design? Dyson: Oh, ganz klar die Technik. Ich denke, Design deckt alles ab, nicht nur das Styling: von der Entwicklung, der Technik, wie lange das Produkt hält, die Zuverlässigkeit bis hin zum Aussehen. Am Ende ist Design ein integrierter Teil von allem, was Sie tun. Aber die Menschen kaufen ein Produkt wohl zu allererst wegen seiner Eigenschaften während des Betriebs.

Was für ein Produkt entwickeln Sie als nächstes? Dyson: Ich weiß es nicht. Wir entwickeln Produkte ja nicht um ihretwillen, sondern wir sehen, dass es ein Problem gibt, das gelöst werden soll. In den vergangenen Jahren entwickelten wir vor allem Produkte, die mit Luft arbeiten: Staubsauger, Ventilatoren. Oder etwa den Handtrockner. Da gab es keinen Plan, keine Vertriebsidee. Wir entwerfen einfach Sachen, wenn wir ein Problem sehen, für das wir die richtige Lösung haben.

Zur Person James Dyson: Am Anfang war das Boot

James Dyson wird 1947 in Norfolk (Nordengland) geboren. Er studiert Möbeldesign und Innenarchitektur. 1969 entwickelt er zusammen mit einem Kollegen ein neuartiges Küstenboot. 1974 macht es sich mit seiner ersten Firma selbständig, um einen von ihm entwickelten Schubkarren zu verkaufen. Seinen ersten staubbeutellosen Staubsauger mit der "Dual Cyclone Technologie" stellt Dyson 1983 nach 5127 Prototypen und fünf Jahren Entwicklungsarbeit vor. 2007 wird er von der britischen Königin zum Ritter geschlagen und erhält den Titel "Sir". Das Unternehmen Dyson beschäftigt weltweit über 2400 Mitarbeiter in 49 Ländern. Dyson engagiert sich für Nachwuchsdesigner und betreibt eine Stiftung zur Ausbildung in den Bereichen Design, Technologie und Ingenieurwesen.

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