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Experten-Interview

„Smart Meter für Haushalte mit hohem Verbrauch“

Intelligente Stromzähler sind gut, weil sie Strom sparen helfen, sagen die einen. Sie kosten den Kunden aber mehr als sie sparen, befürchten die anderen. Die Expertin klärt auf.

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Stromnetzbetreiber
Passt das Energieangebot immer der aktuellen Nachfrage an

Smart Grid
Ein Intelligentes Stromnetz verbindet Kraftwerke, Industrie und private Stromverbraucher

Smart Meter
Ein intelligenter Stromzähler ermittelt in jedem Haushalt Verbrauchsdaten und liefert sie an den Energieversorger

Johanna Kardel ist Energieexpertin beim Bundesverband der Verbraucherzentralen

Wie viel Strom spart ein Durchschnittshaushalt mit einem Smart Meter?
Der intelligente Zähler selber spart erst mal gar nichts. Es kommt darauf an, welche Daten er liefert und wie man die Lebensgewohnheiten darauf abstimmt. Beispielsweise ob man die Waschmaschine oder den Trockner dann laufen lässt, wenn der Strom billiger ist.

Es gibt doch sicher schon Erfahrungswerte?
Die gibt es aus vielen Modellprojekten. Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet beispielsweise mit einem durchschnittlichen Einsparpotenzial von 1,8 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs. Das halte ich auch für einen realistischen Wert. Die Ersparnis ist also minimal. Verbraucht ein Haushalt 3500 Kilowattstunden pro Jahr, sind das weniger als 20 Euro.

Welche Zusatzkosten stehen dem gegenüber?
Das lässt sich derzeit nicht generell sagen. Sicher ist jedoch, dass ein intelligenter Zähler noch deutlich teurer ist als ein herkömmlicher. Eine Regelung des Gesetzgebers zu den Kosten steht zudem aus. Das Wirtschaftsministerium favorisiert ein Finanzierungsmodell, das die Stromkunden jährlich zwischen etwa 42 und 72 Euro kostet. Eine Einbauverpflichtung für alle Haushalte halten wir daher für überzogen.

Für wen lohnt sich ein intelligenter Zähler trotzdem?
Aktuell vor allem für Haushalte mit hohem Stromverbrauch. Aber auch da spart sich nichts von allein. Erst wenn Sie mit dem intelligenten Zähler unerwünschte Stromfresser ausschalten oder gegen sparsame Geräte auswechseln und möglichst viel Stromverbrauch in die Nacht verlagern, kann sich der schlaue Zähler auszahlen.

Wo sehen Sie Handlungsbedarf?
Wir brauchen Wahlfreiheit, Datenschutz und Anreize durch echte variable Tarife. Wenn gerade viel Windstrom da ist, sollte er auch billig sein – und der Zähler sollte es mir anzeigen. Das wäre ein wirkungsvoller Anreiz zum Sparen!


So funktioniert ein Smart Meter

Der digitale Stromzähler erfasst in kurzen Abständen Daten des aktuellen Stromverbrauchs und übermittelt sie via Internet an das Energieunternehmen. Die jährliche Ablesung entfällt. Der Kunde hat jederzeit Einblick in seine aktuelle Stromnutzung und bekommt Hinweise auf unnötige Stromverbraucher.


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