Forscher wollen Recycling von E-Autos vereinfachen

Das Fraunhofer – Institut arbeitet an einem automatisierten Verfahren, um sämtliche Materialien zurückzugewinnen.

Wer mit den Gedanken gespielt hat sich ein E-Auto anzuschaffen, hat sich unweigerlich auch mit der Batterie auseinandergesetzt. Sie ist nicht nur die teuerste Komponente, sondern auch sehr aufwändig zu recyceln. Am Fraunhofer-Institut für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie (IWKS) in Hanau soll eine Testanlage, das nachhaltige Zentrum für Demontage und Recycling – Elektromobilität (ZDR-EMIL) entstehen. Dort wollen Wissenschaftler gemeinsam mit lokalen Unternehmen an Wiederverwertungsverfahren für sämtliche Komponenten von Elektroautos testen.

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Von Batterie über den Motor bis hin zur Leistungselektronik, Elektroautos bestehen aus wertvollen Ressourcen. Das Recycling dieser Materialien ist bisher sehr aufwändig. Auch wenn sich der Wiederaufbereitungsbedarf noch in Grenzen hält, wird er in den kommenden Jahren mit zunehmend mehr E-Autos auf den Straßen steigen.

Die Zahl von Recyclinganlagen ist noch überschaubar. Aktuell haben sie ein Hauptproblem: Die Architektur der Akkus ist von Hersteller zu Hersteller unterscheidet sich sehr. Das macht eine Automatisierung der Prozesse nur schwer möglich.

Automatisierungsprozesse würden sich jedoch lohnen, denn die Batterie zeigt sich als wahrer Rohstoffschatz. Laut Zahlen der Denkfabrik Agora Verkehrswende lassen sich bis zu zehn Prozent der Rohstoffe für Batterien über Recycling gewinnen. Dazu sind aber neue Verfahren, wie sie am ZDR-EMIL getestet werden sollen, notwendig.

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Der Fokus der Wissenschaftler in Hanau soll auf Batterien, Brennstoffzellen, Leistungselektronik und Magneten aus Elektromotoren liegen. Diese sollen automatisiert behandelt und teilweise zerkleinert werden. So sollen Sekundärrohstoffe in nur wenigen Schritten hergestellt werden. Dabei soll eng mit den Unternehmen zusammengearbeitet werden, um deren Bedürfnisse zu decken.

Gefördert wird das Forschungszentrum vom hessischen Wirtschaftsministerium. Es gehe darum, die Lebensdauer von Batterien zu erhöhen und das Batterierecycling zu verbessern. Mittelfristig soll ein größeres europaweites Zentrum entstehen.