Energiesparen in Unternehmen – nachmachen im Haushalt

Firmen und Haushalte haben nichts gemein? Nicht ganz, denn gerade beim Thema Energie kann man sich von den Großen einiges abschauen.

Strom kostet Geld. Und wenn etwas Geld kostet, wird es zum wirtschaftlichen Faktor. Zwar beziehen die allermeisten Firmen in Deutschland (günstigeren) Gewerbestrom, Großverbraucher können sich sogar von der EEG-Umlage befreien lassen. Aber trotzdem bedeutet jede einzelne Kilowattstunde eine Ausgabe, die man vermeiden möchte. Da schließt sich die Brücke zwischen Firmen- und Familienfinanzen.
Und so ist es absolut probat, sich das anzuschauen, was Firmen zum Einsparen unternehmen. Fünf Dinge, die man direkt zuhause anwenden kann, zeigt der folgende Artikel.

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1. Der Betriebsstundenzähler

Betriebsstundenzähler kennen viele nur aus dem Nutzfahrzeugbereich. Dort werden sie verwendet, um bei Fahrzeugen, die zwar viele Stunden laufen, dabei aber nicht automatisch viele Kilometer ansammeln (etwa Bagger oder auch Traktoren), Wartungsintervalle timen zu können.
In vielen Firmen kommen Betriebsstundenzähler auch an Maschinen und einzelnen Stromkreisen zum Einsatz – teils ebenfalls mit einem Wartungsgedanken im Hinterkopf, oft aber mit dem primären Wunsch, die Stromverbräuche transparenter zu machen.
Hier kommt es Normalverbrauchern zupass, dass es diese Zähler in einer riesigen Bauart-Bandbreite gibt. Was hier alles möglich ist, zeigt zum Beispiel der Elektronik-Distributor RS Components. Besonders interessant für Haushalte sind dabei jene Zähler, die an DIN-Schienen befestigt werden. Warum? Weil diese zuhause im Stromkasten installiert und somit in einzelne Stromkreise zwischengeschaltet werden können – etwa der für die Küche, das Bad, die Kinderzimmer usw. Ungleich zu den im Privatbereich sonst offerierten Steckdosenzählern bekommt man hiermit einen viel großmaßstäblicheren Überblick und kann auch viel gezieltere Sparmaßnahmen einleiten. Sehr beliebt in Unternehmen ist dabei:

Noch der modernste Lichtschalter spart nur so viel, wie es der menschliche Bediener ermöglicht. Bewegungsmelder entkoppeln diese suboptimale Verbindung. Pixabay.com © PublicDomainPictures

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2. Der Licht-Bewegungsmelder

Egal ob Lagerhalle oder Büro-Toilette: In Unternehmen gibt es viele Räume, die nicht dauernd belegt sind. Dort steht und fällt deshalb der Beleuchtungsstromverbrauch mit dem Wohlverhalten der Mitarbeiter – je nachdem, ob diese beim Verlassen das Licht ausschalten oder eben nicht.
Doch der Mensch ist Mensch, in der Firma wie zuhause: Wenn wir glauben, in einigen Minuten in den Raum zurückzukehren, neigen selbst Sparfüchse häufig dazu, das Licht brennen zu lassen. Einzeln ist das kein großer Verbrauch. Doch in Firmen wie Familien läppert sich solches Verhalten.
Das bringt uns zu smarter Haustechnik. Die macht das Heim nicht nur sicherer. Sie hat es mittlerweile auch kinderleicht gemacht, die Beleuchtung seiner Räume Sensoren anzuvertrauen – teilweise sogar mit LED-Lampen, in die der Bewegungsmelder direkt integriert ist.
Für Zimmer, in denen man sich wenig bewegt – prominent das Wohnzimmer – mag das keinen Sinn ergeben. Aber auch Firmen statten ja nicht alle Räume damit aus, sondern nur die, die sporadisch benutzt werden. Und da gibt es zwischen Diele, Küche, Keller und Bad auch daheim genügend Anwendungsbereiche.

3. Die Master-Slave-Steckerleiste

Wir alle wissen, wie wichtig es ist, Geräte völlig auszuschalten und nicht nur auf den Standby-Betrieb zu vertrauen. Gerade wo mehrere Geräte dicht nebeneinanderstehen, wird immer wieder geraten, schaltbare Steckerleisten zu nutzen.
Abermals haben wir es hier jedoch mit einer Situation zu tun, in der die Ersparnis vom menschlichen Verhalten abhängt – und wenn man den Fernbedienungsknopf betätigt hat, vergisst man rasch, auf den Button der Steckdosenleiste zu drücken.
Genau das wissen auch Firmen. Und sie wissen auch, dass es viele Geräte gibt, die zeitgleich laufen müssen – etwa Computer, Monitore und Drucker. Das hat dazu geführt, dass sie, vor allem im Bürobereich, großmaßstäblich auf einen technischen Helfer setzen, die Master-Slave-Steckdose.
Das Prinzip dieser Mehrfachstecker lässt sich einfach erklären.

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  • Ein Gerät, das zwingend für den Betrieb der anderen benötigt wird, etwa ein Computer oder ein Fernseher, hängt an der Master-Steckdose.
  • Alle anderen Geräte werden mit den zahlreicheren Slave-Steckern verbunden.
  • Meldet das Master-Gerät durch Einschalten Strombedarf, schaltet die Steckerleiste durch und beliefert auch die Slaves mit Strom – Monitore, Drucker, Festplattenreceiver, Blu-Ray-Player oder Soundbars.

Wird das Hauptgerät ausgeschaltet, kappt die Leiste auch allen anderen Verbrauchern automatisch den Strom und entbindet den Menschen völlig von der Verantwortung, selbst abschalten zu müssen.

Heizungsersparnis fußt darauf, dass in allen Räumen passende Temperaturen herrschen. Der Türschließer sorgt zuverlässig dafür. Pixabay.com © ri

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4. Der Türschließer

Er gehört zum Eingang jedes Firmengebäudes, vieler Flure, Büros und findet sich in abgewandelter Form sogar noch bei gigantischen Industrie-Rolltoren wieder: Der Türschließer.
Denn weil in vielen Firmen ein so immenser Durchgangsverkehr herrscht, kommt es beim Einsparen von Heizkosten auf jede Sekunde an, die Türen und Tore offenstehen oder geschlossen sind.
Auch hier vertraut deshalb kaum jemand noch dem Mitarbeiter, auf dass er Türen hinter sich schließen möge. Denn es gibt ja Türschließer. Manche kennen sie vielleicht als an der Tür-Oberkante angebrachten Druckluftzylinder, die älteste Bauform.
Allerdings sind die Hersteller längst weiter. Sie bieten auch für normale Zimmertüren optisch unauffällige Nachrüst-Schließer. Die Installation zuhause macht dabei enorm viel Sinn, selbst wenn es hier weniger Durchgangsverkehr gibt. Denn selbst das Umweltbundesamt rät dazu, Temperaturen nach Nutzung einzustellen:

  • Wohnbereich: 20°C
  • Küche: 18°C
  • Schlafzimmer: 17°C

In der Diele bzw. dem Treppenhaus dürfen es sogar nur 15°C sein. Auch im Bad werden Kuscheltemperaturen nur benötigt, wenn man dort duscht – für Toilettengänge muss man nicht hochregeln. Hier brilliert der Türschließer, weil er es automatisch – und stromlos – ermöglicht, die Räume immer so abzukapseln, dass die Temperaturen auf dem Niveau bleiben und sich nicht vermischen – wodurch energieintensives Nachheizen erforderlich wäre.

5. Die volle Tageslichtausnutzung

So manche Büroarbeiter kamen in den vergangenen Jahren auf die Arbeit, um festzustellen, dass über Nacht umgeräumt worden war. Warum? Chef oder Abteilungsleiter hatten wahrscheinlich festgestellt, dass die bisherige Schreibtischposition erzwang, noch bei bestem Wetter die Decken- und Tischbeleuchtung eingeschaltet zu lassen.
Tische verrückt, alles neu arrangiert, fertig ist eine Null-Euro-Maßnahme, die ebenfalls aufs Jahr gerechnet viel Strom spart. Nun lässt sich dieses Prinzip nicht 1:1 aufs Zuhause umlegen. Schon, weil die meisten Menschen tagsüber auf der Arbeit sind und die heimischen Räume eine ungleich vielfältigere Nutzung haben.
Aber: Morgens, abends und am Wochenende sind die meisten daheim. Warum also nicht die Einrichtungen, vielleicht sogar ganze Raumkonzepte so abändern, dass sie dem dann vorherrschenden Naturlicht bzw. seiner Himmelsrichtung besser entsprechen und somit das beste Kunstlichtkonzept unterstützen?
Das Schlaf- bzw. Ankleidezimmer kann nach Osten ausgerichtet werden; dann hat man morgens beim Ankleiden zwischen März und Oktober meist genug Licht. Unterstützt wird das dadurch, dass Kleiderschränke an Westwänden stehen – und die Kleidersuche vom Morgenlicht erhellt wird. Spiegel können für blendfreie und dennoch helle Betrachtung an Süd- oder Nordwänden liegen.
Diese Denkweise lässt sich auf jeden Raum anwenden, der über Fenster und eine verrückbare Einrichtung verfügt. Küche und Bad bleiben damit zwar auf Renovierungen oder Neubauplanungen beschränkt. Bei allem anderen jedoch kann es problemlos nachträglich vollzogen werden.