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Ressource Wasser

Grauwasser-Recycling: So funktioniert's

Trinkwasser wird als „Lebensmittel Nr. 1“ gepriesen – zu schade für die Toilette. Täglich landet viel Wasser in der Kanalisation, das auch recycelt werden könnte. Aber lohnt sich das?

Brauchwasser oder Grauwasser heißt das nur gering verschmutzte Abwasser vom Baden, Duschen und Händewaschen. Gereinigt und entkeimt kann man es zwar nicht mehr als Trinkwasser verwenden - aber prima im Haushalt: Für den Hausputz und die Autowäsche, im Garten und für die Toilette. Abwasser aus der Küche eignet sich dagegen nicht fürs Recycling, weil es durch Fett und Speisereste zu stark mit Keimen belastet ist.

Wasser Kind

Einige Anbieter von Recyclinganlagen versprechen sogar, Grauwasser zu Klarwasser aufzubereiten, das so sauber ist, wie es die EU-Richtlinien für Badegewässer vorschreiben. Dann kann der Verbraucher damit ohne Bedenken in Sachen Hygiene auch Wäsche waschen, wie Tests gezeigt haben.

Wasser sparen: Ökologisch sinnvoll

Sieht man von den Kosten der Anlage ab, ist Recycling finanziell ein Gewinn: Der Haushalt spart Gebühren für Abwasser und Trinkwasser. Das macht, zu den aktuellen Preisen, pro Person und Jahr 300 bis 600 Euro aus. Abhängig von den Gewohnheiten der Haushaltsmitglieder kann Recycling den Verbrauch von Trinkwasser in einem Vier-Personen-Haushalt jährlich um 70.000 bis 90.000 Liter (30 bis 50 Prozent) senken. Im gleichen Maß wird die Abwassermenge reduziert.

In erster Linie profitiert vom Recycling die Umwelt. Denn es schont die Ressource Grundwasser - und verringert die Menge schmutzigen Abwassers, die ins Klärwerk und in die Gewässer fließt.

So funktioniert das Mini-Klärwerk

Es existieren verschiedene (mechanische, chemische, biologische) Recyclingsysteme. In jedem Fall wird dafür eine separate Wasserleitung benötigt, die das Abwasser von Waschbecken und Wanne zur Grauwasseranlage leitet. Die Recyclinganlage besteht aus Sammelbehältern, Filter sowie Pumpe und kann im Keller oder auch im Garten untergebracht werden. Für Einfamilienhäuser geeignet sind Kompaktanlagen, die 300 bis 500 Liter Grauwasser pro Tag recyceln können.

In einer ersten Stufe filtert die Anlage gröberen Schmutz (wie z.B. Haare) aus und reichert das Wasser mit Sauerstoff an. In einer zweiten Stufe wird das Wasser mit Mikroorganismen aufbereitet. Einige Hersteller verwenden eine Membrantechnik: Sie reinigt das Wasser mit besonders feinen Filtern (Porengröße 0,00005 Millimeter!), die zuverlässig Bakterien und Viren zurückhalten. Andere Anlagen entkeimen das Wasser mit UV-Licht.

Das gereinigte Grauwasser wird in einen weiteren Behälter gepumpt und „wartet“ dort auf seinen Einsatz. Ist für Toilettenspülung oder das Gießen des Gartens zu wenig aufbereitetes Wasser vorhanden, wird entweder Trinkwasser aufgefüllt oder, falls vorhanden, Regenwasser aus der Zisterne. Nur Fachbetriebe dürfen Recyclinganlagen installieren.

Lohnt sich das Grauwasser-Recycling?

Für kleinere Haushalte lohnt sich das Recyceln von Brauchwasser sicher nicht. Eine Kompaktanlage für ein Einfamilienhaus kostet ca. 5.000 Euro. Dazu kommen die Kosten der Installation: im Neubau etwa 500 Euro, im Altbau weitaus mehr. So eine Investition amortisiert sich erst nach vielen Jahren. Allerdings: Wenn sich alle Bewohner einer Doppelhaushälfte für so eine Investition zusammenschließen und außerdem einen großen Garten zu bewässern haben, sieht die Rechnung schon viel besser aus.

Immerhin gelten die Grauwasser-Recyclinganlagen als langlebig und relativ wartungsarm, die Betriebskosten für Strom sind gering. Wirtschaftlich rentiert sich der Einsatz einer Recyclinganlage für Hotels, Wohnanlagen und Mehrfamilienhäuser mit 30 Bewohnern und mehr. Mit Erfolg wurden in Studentenwohnheimen bereits Pilotprojekte erprobt: Grauwasseranlagen mit Wärmerückgewinnung. Sie entziehen dem warmen Duschwasser Wärme und nutzen sie zum Heizen.

Die KfW-Förderung für Grauwasser-Recycling im Rahmen des Programms „Wohnraum Modernisieren“ wurde eingestellt. Es könnte sich aber lohnen, beim regionalen Energieversorger oder bei Kommunen nachzufragen. So unterstützt zum Beispiel Hamburg die Installation von Grauwasser-Recyclinganlagen mit 1.500 Euro.


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