Plug & Play-Solaranlage: Brandgefährlich

Photovoltaik ist nicht gleich Photovoltaik: Während Solarparks ganze Kleinstädte mit Strom versorgen, laden Mini-Module gerade mal den Akku eines Handys. Zwischen den beiden Kraftwerken liegen Welten, sowohl technisch, als auch in Sachen gesetzliche Auflagen. Die klassische Anlage auf dem Dach erzeugt Strom für den Eigenbedarf und speist überschüssige Energie ins Stromnetz ein. Bei Geräten mit kleinen Solarmodulen verpufft die Energie ungenutzt, wenn das Gerät nicht läuft.

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Seit einigen Monaten tummelt sich eine dritte Technologie auf dem Solarmarkt: Sogenannte Plug-in-Module verführen mit günstigen Preisen und einer denkbar einfachen Installation. Die Hersteller von Plug-in-Modulen bieten praktische Sets an, die selbst Laien mit wenigen Handgriffen aufbauen und in den heimischen Stromkreislauf einbinden können. Die Sets enthalten:

  • ein Gestell, das die Anlage hält
  • ein einfaches Photovoltaik-Modul
  • einen Wechselrichter (wandelt den gewonnen Gleichstrom in Wechselstrom)
  • eIn Akku-Set
  • einen ganz gewöhnlicher Stecker

Solarstrom selbst gemacht

Anders als bei herkömmlichen Photovoltaikanlagen ist kein komplexes System zur Netzeinspeisung nötig. Die Anlage wird einfach an einer sonnigen Stelle montiert und an eine Steckdose angeschlossen. Über die Steckdose speist sich der Solarstrom ins Hausnetz ein. Produziert die Anlage mehr Energie, als gerade benötigt wird, laden sich die mitgelieferten Akkus auf. Die gespeicherte Stromreserve kommt den Bewohnern nachts oder bei schlechtem Wetter zugute.

Experten warnen: Plug-in-Solar ist gefährlich!

Der Verband der Elektrotechnik (VDE) warnt vor sogenannten Plug-In Photovoltaik-Anlagen. Diese entsprechen nicht den Sicherheitsnormen: Es drohen Brand-, Unfall- und Haftungsrisiken.

Der einfache Stecker erweckt beim Nutzer den Eindruck, er könne die Anlage durch einfaches Anschließen an die Steckdose selbst in Betrieb nehmen – laut VDE ein Fehlschluss. Das Einstecken eines elektrischen Erzeugungsgerätes in die Steckdose ist nicht mit dem Einstecken eines elektrischen Verbrauchsgerätes zu vergleichen und widerspricht den deutschen Sicherheitsnormen. Folglich drohen nicht nur Unfall-, sondern auch Haftungsrisiken.

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Überlastung des Stromkreises und Brandgefahr

Beim Anschluss von Stromerzeugern an die Steckdose können Sicherungen und ähnliche Sicherheitsvorrichtungen ihre Schutzfunktion nicht mehr im vollen Umfang erfüllen. Sie erkennen den in die Steckdose rückgespeisten Strom nicht, wodurch es zu Irritationen kommen kann.

Bereits kurz nach dem Einstecken des Solar-Moduls kann es zu einer Überlastung des Stromkreises und zu Bränden kommen. Grundsätzlich empfiehlt der VDE den Solar-Nutzern dringend, bei der Installation von Photovoltaik-Anlagen stets auf fachkundige Personen zu setzen, die eine normgerechte Installation nach VDE-Sicherheitsvorschriften gewährleisten können.

Plug & Play-Solar lässt sich nicht einspeisen

Wer sich trotz Sicherheitsmängel für eine Plug & Play-Anlage entscheidet, erhält keine staatlichen Förderungen, wie sie bei herkömmlichen Solarmodulen üblich sind. Der Grund: Die Geräte entsprechen nicht den technischen Vorgaben des § 6 Abs. 2 EEG 2012. Danach muss, wer ins allgemeine Stromnetz einspeisen will, dem Netzbetreiber die Möglichkeit einrichten, die Einspeiseleistung eigenmächtig zu regulieren.