Alternativen zu Kaffeekapseln

Aroma mit Nachgeschmack: Kaffeekapseln aus Aluminium oder Plastik sind beliebt, schaden aber der Umwelt. Welche Alternativen gibt es?

Kaffeekapseln liegen im Trend: Zwischen 2005 und 2014 hat sich ihr Verkauf in Deutschland mehr als verzwanzigfacht: von 130 Millionen auf fast drei Milliarden Stück. Ein Grund für den Erfolg ist der einfache Gebrauch: Kapsel rein, Knopf drücken, schon fließt das Heißgetränk perfekt dosiert in die Tasse.

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Doch die Kapseln haben einen Nachteil: Sie belasten die Umwelt. Jede einzelne Tasse ist in einer kleinen Aluminium- oder Kunststoffdose verpackt. Nach Gebrauch wandert die Kapsel samt Kaffeepulver in den Müll. Stiftung Warentest hat ausgerechnet, dass bei bundesweit knapp drei Milliarden verkauften Kapseln allein 2014 rund 5000 Tonnen Material anfielen. Umgerechnet sind rund 500 Müllwagen voller Kapseln. Nun stellt sich die Frage, was das kleinere Umweltübel ist: Kunststoff oder Aluminium? Und: Gibt es nachhaltige Alternativen?

Hülsen aus Alu

Zwar ist Aluminium gut wiederverwertbar: In Deutschland können laut Umweltbundesamt bis zu 84 Prozent des Materials zu Sekundäraluminium verarbeitet werden, also Aluminium aus Recycling-Material. Der Energieaufwand hierbei ist um 95 Prozent geringer als für Primäraluminium. Doch egal wie hoch die Recyclingquote ist: Für die Produktion der Kaffeekapseln kommt immer auch Neu-Aluminium zum Einsatz, dessen Herstellung enorm viel Energie und Ressourcen verschlingt. Zudem wird für die Herstellung von Aluminium das Erz Bauxit benötigt: Um an dieses Erz zu gelangen, werden häufig Ur- oder Regenwälder abgeholzt. Bei der Alugewinnung fällt außerdem giftiger Rotschlamm an, der oft deponiert aber manchmal einfach in Flüsse und Seen geleitet wird.

Hülsen aus Kunststoff

Auch Plastikkapseln belasten die Umwelt. Die Herstellung von Kunststoff aus Rohöl kostet zwar über alle Produktionsstufen hinweg deutlich weniger Energie als die von Primäraluminium. Dafür haben die Plastikhülsen schlechtere Recyclingquoten: Denn die Infrarot-Scanner der Müllsortieranlagen sortieren nicht alle Kunststoffe aus. Insgesamt wird nur etwa die Hälfte der Kunststoffabfälle aus privaten Haushalten in Deutschland recycelt, der Rest wird verbrannt.

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Kompostierbare Kapseln

Als umweltfreundliche Alternative bieten sich biologisch abbaubare oder kompostierbare Kaffeekapseln an. Die Kapseln von Carasso Cafés aus Genf etwa bestehen laut Hersteller zu 100 Prozent aus natürlichen Materialien und sind voll biologisch abbaubar. Zudem passen sie in die Maschinen des Marktführers Nespresso. Letzteres gilt auch für die Kaffeekapseln des Bremer Startups Velibre, die ebenfalls biologisch abbaubar sein sollen.

Andere kompostierbare Kapseln bestehen aus Biokunststoff: Das können nachwachsende Rohstoffe wie Mais, Holz oder Bambus sein, aber eben auch petrochemische Kunststoffe auf Basis von Erdöl. Und hier fangen die Probleme an: Denn laut der Deutschen Umwelthilfe sortieren viele Kompostierer Verpackungen oder Produkte aus Biokunststoffen aus dem Bioabfall aus, bevor sie überhaupt verrotten können. Das aussortierte Material wird stattdessen verbrannt. Landet es doch in der Kompostierung, ist nicht gesichert, dass es dort auch zu Kompost zerfällt. Denn kompostierbarer Kunststoff braucht bis zu zwölf Wochen, um zu verrotten; in den meisten Industrieanlagen dauert die Kompostierung des Biomülls aber nur vier bis zehn Wochen. Es kann also sein, dass der Bioplastik sich nicht vollständig zersetzt und Kunststoffpartikel im Kompost zurückbleiben. Zudem sind kompostierbare Kapseln Einweg-Produkte.

Mehrweg-Kapseln

Wer möchte, das seine Kaffeekapseln erneut zum Aufbrühen verwendet werden, wählt wieder befüllbare Kaffeekapseln, zum Beispiel aus Edelstahl: Sie sparen langfristig Geld und verursachen laut der Deutschen Umwelthilfe 14mal weniger Verpackungsabfall als Einwegkapseln. Allerdings betrachten die meisten Hersteller von Kaffeekapselmaschinen die Garantie als verfallen, wenn das Gerät durch eine Fremdkapsel beschädigt wird.

Zurück zum Klassiker: der Filter

Was also tun? Im Zweifel hilft der Griff zur Filtertüte. Laut Deutschem Kaffeeverband brühen noch immer 65 Prozent der Bundesbürger ihren Kaffee per Hand auf. Für die Umwelt eine gute Sache: Die Filtertüte samt Inhalt landet im Biomüll oder auf dem Komposthaufen, wo sie vollständig verrottet.