Deutsche verheizen Geld und Ressourcen

Der Großteil deutscher Heizanlagen läuft mit einem zu geringen Wirkungsgrad. Das gefährdet die Einhaltung gesteckter Klimaschutzziele. Dabei ist viel mehr drin, zeigt eine aktuelle Studie.

Nur 22 Prozent der 5,85 Millionen Ölheizkessel in den Haushalten der Bundesrepublik nutzen den Energiegehalt des Öls akzeptabel – laufen also mit einem Wirkungsgrad von mehr als 90 Prozent. 4,5 Millionen alte Kessel sind nach heutigen Effizienzstandards nicht tragbar und müssten eigentlich ausgetauscht werden.

Anzeige

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Klimaschutz im Wohnungssektor – Wie heizen wir morgen?“, die unter anderem der Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik und das Mineralölunternehmen Shell erarbeitet haben.

Energie-Tipp/

Energie-Tipp

Gas heizt deutlich ökologischer

Bei Gasgeräten sieht die Bilanz deutlich freundlicher aus. Immerhin 59 Prozent der Anlagen arbeiten nach dem Brennwertprinzip. Sie nutzen also die heißen Abgase der Verbrennung, um zusätzliche Wärme für den Haushalt zu gewinnen. Trotzdem gelten auch hier mehr als fünf Millionen Geräte als ineffizient und verbrennen zu viel Geld und Ressourcen.

Unterm Strich kommen die Macher der Studie zu einem besorgniserregenden Schluss: Nur 20 Prozent aller 21 Millionen Heizkessel hierzulande heizen auf der Höhe der Technik – zu wenig für die CO2-Sparziele der Energiewende. „Ohne Effizienzgewinne im Hauswärmebereich können die Energie- und Klimaziele nicht erreicht werden und ist die Energiewende nicht zu schaffen“, meint daher Dr. Jörg Adolf, Chefvolkswirt von Shell bei der Präsentation der Studie.

Anzeige

Bis 2030 mehr Biomasse und Erdwärme

Als kleiner Lichtblick sagt die Studie voraus, bis 2030 werde sich die Zahl von Heizanlagen verdoppeln, die Biomasse wie Holz-Pellets oder Erdwärme nutzen. Auch Kraft-Wärme-Kopplung, also die gleichzeitige Erzeugung von Wärme und Strom, sei weiter auf dem Vormarsch.

Ohne zusätzliche staatliche Förderungen sinke der Energieverbrauch im Heizsektor nur um 15 Prozent, ein Wert von bis zu 23 Prozent sei aber machbar, so die Studie weiter. Bei den Kohlendioxid-Emissionen könne durch staatliche Anreize die Reduktion von 22 Prozent auf 36 Prozent ausgebaut werden.

Die komplette Studie mit weiteren Ergebnissen können Sie sich als PDF herunterladen.