Erneuerbare in der Sahara?

Laut einer Modellstudie kann der Ausbau erneuerbarer Energien in Wüsten zu mehr Niederschlag und Pflanzenwachstum führen.

Erneuerbare Energien könnten die Sahara wieder grüner werden lassen – so das Ergebnis einer Modellsimulation von US-Forschern der Universität Maryland. Großflächig angelegte Wind- und Solarparks sollen zu mehr Niederschlag und Vegetation führen und damit auch die Ausdehnung der weltgrößten Trockenwüste eindämmen, zumindest theoretisch.

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Wie Erneuerbare den Niederschlag erhöhen könnten

Grundlage für die Annahme sind zwei Effekte: Zum einen gelangt warme Luft durch die Rotoren von Windrädern aus oberen Schichten näher an die Erdoberfläche. Gleichzeitig schwächen sie die Windmenge ab, indem die hoch aufragenden Windräder die Oberflächenreibung erhöhen. Zum anderen würde durch Solarzellen weniger Lichtstrahlung reflektiert. Kombiniert führen in der Modellsimulation beide Effekte dazu, dass die Oberflächentemperatur in der Sahara besonders nachts wärmer wird und die Luftdruckunterschiede in der Atmosphäre steigen. Dadurch erhöht sich der Niederschlag, Pflanzen wachsen besser und sorgen wiederum dafür, dass mehr Wasser verdunstet und zu erneutem Niederschlag führt.

Noch Zukunftsmusik

Um die Sahara wieder stückweise ergrünen zu lassen, seien allerdings Solar- und Windparks von enormem Ausmaß notwendig, so die Forscher. Insgesamt 79 Millionen Megawatt Strom müssten sie liefern – genug, um die komplette Welt mehrfach mit Strom zu versorgen. Sollte ein solches Projekt in ferner Zukunft realisiert werden können, würde sich die Sahara um bis zu 2 Grad Celsius erwärmen und täglich 0,25 Millimeter mehr Regen fallen als bisher. Dadurch ließe sich auch die ständige Ausweitung der Sahara begrenzen.