Erster Schritt zur Endlager-Lösung

Mit dem Abschlussbericht der Endlager-Kommission des Bundestags ist die Basis für die konkrete Endlager-Suche geschaffen.

Nach zweijähriger Arbeit legt die Endlager-Kommission, die sich aus Abgeordneten, Wissenschaftlern und Verbandsvertretern zusammensetzt, ihren Abschlussbericht vor, der mit großer Mehrheit beschlossen wurde. Die enthaltenen Kriterien sind offen formuliert, sodass zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar ist, in welchem Bundesland die hochradioaktiven Abfälle schließlich gelagert werden. Die Empfehlungen des Gremiums, das ursprünglich schon Ende 2015 seine Resultate präsentieren sollte, sollen Bundestag und Bundesrat nun in gesetzlich wirksame Kriterien umwandeln. Dies ist die Voraussetzung für eine wissenschaftliche Untersuchung in Frage kommender Standorte. Am 5. Juli wird die Kommission ihren Bericht, der über 500 Seiten zählt, vor dem Bundestag und der Bundesregierung vorstellen.

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Streitpunkt Gorleben

Die Mehrheit der Kommissionsmitglieder lehnte es ab, die Lagerung in Salzgestein oder Granitgestein von vornherein auszuschließen. Fest steht nur, dass der Atommüll künftig in einem Bergwerk gelagert werden soll. Außerdem setzte das Gremium sich für ein generelles Exportverbot für Atommüll ein. Auch der Rückholbarkeit der Abfälle maß die Kommission große Bedeutung zu. In der letzten Sitzung entbrannte erneut eine Diskussion über den Salzstock Gorleben. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland wollte den Standort unbedingt ausschließen – die Kommissionsmitglieder lehnten das entschieden ab.

Langer Weg

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) ist optimistisch, dass das Endlager 2050 in Betrieb genommen wird, andere Kommissionsmitglieder halten diesen Zeitrahmen jedoch für unrealistisch. Ein Standort-Beschluss könne laut des Gremiums frühestens 2058 fallen. Die Inbetriebnahme des Endlagers könne folglich erst im nächsten Jahrhundert erfolgen.