Frankreich muss Energie sparen

Frankreichs Energieministerin Ségolène Royal appelliert an die Bevölkerung weniger Energie zu verschwenden.

Frankreich steht eine Kältewelle bevor, die voraussichtlich zu extremen Spitzen im Stromverbrauch führen und Notmaßnahmen erfordern wird. Dafür benötigt Frankreich laut Angaben des Netzbetreibers RTE über 102.000 MW Strom. Zwar verfügt das Land über eine installierte Leistung von über 129.000 MW, doch sind mindestens fünf Reaktoren wegen Sicherheitskontrollen nicht verfügbar. Energieministerin Ségolène Royal fordert deshalb eine Reduzierung des Verbrauchs. „Wir müssen eine viel maßvollere Gesellschaft werden“, sagte Royal dem Wochenblatt Journal du dimanche.

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Eine Veränderung des Verbraucherverhaltens ist nötig

Die Ministerin betont, dass mit der Energieverschwendung Schluss sein müsse und bemängelt fehlendes Interesse der Energieversorger an Einsparungen. Royal nutzt die angespannte Netzsituation, um auf das Verbraucherverhalten einzuwirken. Denn wenn es kalt ist, schießt der Stromverbrauch in extreme Höhen. In Frankreich sind Elektroheizungen weit verbreitetet, was bereits in den letzten Jahren zu massiven Stromimporten aus dem Energiewende-Land Deutschland in das Kernenergie-Land Frankreich geführt hat.

Erneuerbare Energien können die Situation entspannen

Frankreich hinkt beim Ausbau der erneuerbaren Energien stark hinterher, unter anderem weil die starke Atomlobby den Erneuerbaren lange Zeit keinen Platz lassen wollte. Ziel ist ein Anteil von 25% bis 2025. In Frankreich kann das Heizen mit Holz eine wichtige Rolle spielen. Fast jedes zweite Haus ist mit einem Kamin oder Holzofen ausgestattet. Eine Reduzierung des privaten Verbrauchs und die freiwillige Abschaltung von 21 Industrieanlagen sollen für zusätzliche Energieersparnis in den nächsten Jahren sorgen.