Immer weniger Wildnis

Nur noch ein Viertel der Erde ist Wildnis. Um diese zu schützen, sind einige Regierungen jetzt besonders in der Verantwortung.

Zum ersten Mal ist Wildnis an Land und im Wasser auf der gesamten Erde kartiert worden. Das Ergebnis: Der Mensch greift in mehr als drei Viertel aller See- und Landgebiete ein. Kaum noch ein Viertel der Erdoberfläche ist unberührt. Der Großteil der Wildnis begrenzt sich zudem auf nur 5 Länder.

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Drastischer Rückgang unberührter Flächen

Der weltweite Anteil an der vom Menschen unberührten Fläche an Land liegt bei nur noch 23 Prozent. Vor hundert Jahren waren es noch 85 Prozent. Gründe für den Rückgang der Wildnis an Land sind hauptsächlich die vermehrte Nutzung von Wäldern und Ölreserven und der massive Anstieg der Weltbevölkerung. Auch die Wildnis im Wasser schrumpft rapide. Der Studie zufolge sind nur noch rund 13 Prozent der Meeresgebiete auf dem Planeten ganz oder weitgehend unberührt. Zurückzuführen ist das auf Fischerei, Schifffahrt und den Abfluss von Düngemitteln.

Ungleiche Verteilung der Wildnis

Die Studie zeigt zudem, dass mehr als 70 Prozent der Wildnis im Staatsgebiet von Australien, Brasilien, Kanada, Russland und den USA liegen. Die Regierungen dieser fünf Länder seien deshalb in der Verantwortung, für den Erhalt der restlichen Wildnis zu sorgen, so James Watson, Autor der Studie. Diese seien allerdings dafür bekannt, sich kaum für Umweltschutz einzusetzen, so Watson weiter. Dabei spielt vor allem unberührte Natur an Land und im Wasser eine wichtige Rolle für den Klimaschutz und den Arterhalt zahlreicher Tierarten. Ihre Erosion sei unumkehrbar, warnt die Studie.