Klares "Nein" zu Billigstromanbietern

Zählt beim Strom wirklich nur "billig"? Wegen der Negativschlagzeilen misstrauen mittlerweile viele Verbraucher Stromdiscountern wie Flexstrom. Das zeigt eine aktuelle Umfrage.

Nach den Pleiten bei Teldafax und Flexstrom bekommen Anbieter von Billigstrom nun die Quittung: Die Verbraucher sind abgeschreckt, nur jeder fünfte Deutsche (18 Prozent) kann sich vorstellen, einen Stromdiscounter zu wählen. Die große Mehrheit (71 Prozent) lehnt dies ab. Für die Umfrage des Marktforschungsunternehmen YouGov wurden Ende Mai gut 1000 Verbraucher befragt.

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Kundenservice zählt

Knapp die Hälfte der Befragten zieht dem Strompreis andere Qualitäten des Versorgers vor. So gaben 46 Prozent an, Ökostrom oder Kundenservice seien ihnen wichtiger als die Ersparnis.

Ein Viertel lehnt Billiganbieter ab, weil sie ihnen unterstellen, nicht nachhaltig zu wirtschaften. Jeder Zehnte gab an, zu dem Thema keine Meinung zu haben.

Pleiten, Pech und Pannen

Vermutlich haben sich Negativschlagzeilen der letzten Jahre auf die Meinung der Verbraucher ausgewirkt. Erst vor zwei Monaten war der Discounter Flexstrom Pleite gegangen. Verbraucherschützer hatten immer wieder die dubiosen Geschäftspraktiken von Flexstrom kritisiert. Bereits im Sommer 2011 hatte TelDaFax Insolvenz angemeldet. Es war die größte Pleite der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Viele Kunden hatten hohe Vorauszahlungen geleistet, die sie nach der Insolvenz nicht zurück erhielten.

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In welchem Umfang diese Ereignisse die Verbrauchermeinung beeinflusst haben, kann die Umfrage nicht beantworten. Das sie zum ersten Mal durchgeführt wurden, gibt es keine Vergleichswerte.