Klimasünder Haustier?

Eine neue Studie zeigt den ökologischen Fußabdruck verschiedener Haustiere. Das Ergebnis: Je größer das Tier, desto schlechter die Ökobilanz.

Kühe gelten als die Klimasünder Nummer eins unter den Tieren. Bei den Haustieren steht meist der Hund im Verdacht, einen besonders großen ökologischen Fußabdruck zu haben. Eine gründliche Ökobilanzrechnung für Haustiere fehlte bislang allerdings und ist jetzt erstmals von ESU-services, spezialisiert auf Ökobilanzprogramme, durchgeführt worden.

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Vergleich mit Autofahrten

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Pferde von allen betrachteten Haustieren die schlechteste Ökobilanz aufweisen. So entspreche die Haltung eines Pferdes pro Jahr der Umweltbelastung einer Autofahrleistung von 21.500 Kilometern – durchschnittlich kommt ein Pkw auf eine Fahrleistung von 13.000 Kilometern im Jahr. Die Umweltbilanz von Hunden entspricht laut Studie einer 3.700 Kilometer langen Autofahrt, Katzen kommen auf 1.400 Kilometer. Kleintiere haben wegen geringerer Futtermengen meist eine deutlich bessere Ökobilanz. Umweltfreundliche Tierhaltung, beispielsweise die Verwendung von Hobelspänen statt Stroh und Streu, kann die Ökobilanz von Haustieren deutlich verbessern.

Betrachtete Faktoren

In der Studie wurden alle relevanten Einflüsse auf die Umweltbilanz erfasst, darunter die Fütterung, die Behausung, Fäkalien, Pkw-Fahrten zum Transport des Tieres sowie Anschaffungen für das Haustier. Nicht erfasst werden gewisse Vorteile, die mit Haustieren einhergehen, wie die Bewegung des Halters an frischer Luft. Umstritten ist, ob beispielsweise Pkw-Fahrten zum Tierarzt oder in Waldgebiete zum Gassi gehen der Ökobilanz des Tieres oder des Halters zuzurechnen sind.