Natur in luftiger Höhe

Eine Studie belegt die positiven Auswirkungen von Gründachanlagen in Städten auf Vögel- und Insektenarten.

Immer mehr Grünflächen haben in den vergangenen Jahrzehnten für Gebäude- und Straßenbau weichen müssen. Ein paar Etagen höher soll die Natur jetzt wieder Einzug in viele Städte erhalten. Sogenannte Gründachanlagen sollen als Regenwasserspeicher und Naherholungsgebiet, die Pflanzen der Mini-Parks als Hitzepuffer und Schadstofffilter dienen. Eine neue Studie zeigt jetzt, welche Unterschiede eine Begrünung auf Dächern auch für die biologische Vielfalt haben kann.

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Mehr Vögel, mehr Insekten

Anhand verschiedener Gründachanlagen in New York City haben Forscher untersucht, ob die künstlich geschaffenen Lebensräume in luftiger Höhe Insekten und Vögel anlocken. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass sich auf begrünten Dächern rund dreimal so viele Vogelarten niederlassen wie auf nicht bepflanzten. Sogar Zugvögel, die im Frühjahr nordwärts fliegen und Städte normalerweise meiden, waren auf den Dächern mit Begrünung zu finden. Die Vögel werden auch vom Nahrungsangebot angelockt: Denn die Gründächer lieferten im Frühjahr dreimal, im Sommer sogar fünfzehnmal so viele Insekten wie nicht begrünte Dächer.

Natur mit Zugangsbeschränkung

Laut den Forschern können Gründächer den Verlust von Biotopen teilweise kompensieren, jedoch nicht vollständig ersetzen. Hinzu kommt, dass der Lebensraum auf Gebäudedächern für die meisten Tierarten ohne Nachhilfe kaum erreichbar ist. Für Vögel und Insekten jedoch erweist sich die Begrünung von Dachflächen als attraktiver und sicherer Lebensraum.