Verbraucher misstrauen Umweltlabels

Eine aktuelle Umfrage im Auftrag der Europäischen Kommission zeigt: Mehr als drei Viertel der europaweit Befragten (77 Prozent) würden mehr für umweltverträgliche Produkte ausgeben, wenn sie von deren Umweltfreundlichkeit überzeugt wären. Allerdings fühlen sich nur 55 Prozent der Europäer gut informiert über die Umweltauswirkungen der von ihnen gekauften Produkte.

Deutsche Verbraucher zeigen sich besonders kritisch

Das Vertrauen darauf, dass Produkte mit einem Umwelt-Label tatsächlich umweltfreundlicher sind, ist in Portugal (84 Prozent) und Malta (82 Prozent) am größten. In Deutschland (44 Prozent), Rumänien (46 Prozent) und den Niederlanden (47 Prozent) ist es deutlich geringer.

Auch das Vertrauen in die Angaben der Hersteller ist in Deutschland niedriger als im Durchschnitt: 31 Prozent der Deutschen vertrauen den Angaben der Hersteller über die Umweltbilanz ihrer Produkte. Europaweit sind es 52 Prozent. Beim Kaufverhalten ist es jedoch umgekehrt: In Deutschland gaben 37 Prozent der Befragten an, häufig umweltfreundliche Produkte zu kaufen, europaweit waren es nur 26 Prozent.

Die meisten sind von den Umweltlabels verwirrt

EU-Umweltkommissar Janez Poto?nik erklärte: Natürlich wollen wir alle mehr umweltfreundliche Produkte in den Regalen sehen, aber diese Umfrage zeigt, dass die meisten von uns von den Umweltlabels verwirrt sind und ihnen nicht trauen.

Der Hintergrund: Aktuell gibt es eine Vielzahl von Labels, die von Regierungen und mehreren privaten Initiativen gestützt werden. Dieses große Angebot an Etiketten wirkt auf den Verbraucher verwirrend und macht einen Vergleich nahezu unmöglich. Seit April 2013 arbeitet die Europäische Kommission an vergleichbaren und zuverlässigen Umweltinformationen.