Sicher unterwegs – dank Fahrassistenten

Fast alle Unfälle gehen auf menschliches Fehlverhalten zurück. Moderne Assistenzsysteme machen den Straßenverkehr sicherer.

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google autoAutonom fahren – dieses Google-Auto kann es schon

In Zukunft werden wir das Lenkrad gänzlich aus der Hand geben und Leiben und Leben einer Maschine anvertrauen. Dann nämlich chauffieren uns Autos völlig eigenständig durch den Straßenverkehr. Unfälle? Passieren nicht mehr. So zumindest die Vision, etwa von Internet-Gigant Google, der mit bislang mehr als einer Million Testkilometern weltweit führend auf dem Gebiet der Robotik im Straßenverkehr ist. Seit 2009 testen die Kalifornier fahrerlose Autos. Jüngst präsentierten sie ihre neueste Schöpfung: Der Prototyp eines Elektroautos, das weder über Brems- und Gaspedal noch Lenkrad verfügt. Doch bis die Technologie so ausgereift ist, um in Serie zu gehen, wird es wohl noch einige Jahre dauern. Die Komplexität des Stadtverkehrs beispielsweise ist noch eine echte Herausforderung für den Bordcomputer.

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Doch es gibt schon heute eine ganze Reihe an elektronischen Fahrassistenten, die den Fahrer unterstützen und dabei helfen, den Verkehr sicherer zu machen. Längst sind sie nicht mehr nur in Luxuslimousinen und teuren Geländewagen verbaut. Auch in Kleinstwagen findet die Technik immer mehr Anwendung. Der ADAC hat eine ganze Reihe von Fahrassistenten vorgestellt – weitere finden Sie hier: Lesen Sie hier, was die innovativsten Unterstützungssysteme auf dem Markt für Pkw alles leisten:

Dritter Fuß bremst mit

Bremsassistenten unterstützen den Fahrer beim Bremsen. Das System erkennt, wenn eine Not- oder Schnellbremsung erforderlich ist und überwacht, wie der Fahrer die Pedale betätigt. Ist der Fahrer unaufmerksam oder reagiert er zu spät, bringt der Helfer das Auto automatisch zum Stehen. Reagiert der Fahrer weder auf optische noch auf akustische Hinweise des Fahrzeugs, kommt ein Bremsruck als fühlbare Warnung hinzu. Als nächster Schritt erfolgt eine Teilbremsung, die dem Fahrer nochmals etwas Reaktionszeit gibt. Bleibt auch das ohne Erfolg und droht eine Kollision, verhindert eine Vollbremsung das Schlimmste.

Warnung vor Fußgängern

Rund ein Drittel aller Unfälle zwischen Automobilen und Passanten endet tödlich. Die Fußgängererkennung bringt im Notfall den Wagen rechtzeitig zum Stehen.Ein Radar misst die Entfernung zu Objekten vor dem Fahrzeug, während die Videokamera mit Bilderkennungssoftware zwischen Lebewesen und unbelebten Objekten unterscheidet. Übersieht der Fahrer einen Fußgänger, werden zunächst rote Warnblitze auf die Frontscheibe projiziert. Reagiert der Fahrer nicht, leitet das Fahrzeug eine Vollbremsung ein. Läuft der Fußgänger so plötzlich vor das Auto, dass der Unfall durch eine Bremsung nicht mehr zu verhindern ist, weicht das Auto durch selbstständiges Lenkmanöver aus – zwei Kameraaugen ermöglichen ein räumliches Sehen und erkennen Platzreserven nach rechts und links.

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Nothalteassistent reagiert bei Herzinfarkt

Das Prinzip: Ein Überwachungsmodul im Fahrzeug überprüft permanent den Zustand des Autofahrers und erkennt, wenn er das Fahrzeug nicht mehr kontrollieren kann. Das funktioniert über einen „Vitalerkenner“ – eine Vorrichtung im Auto, die Puls und Blutdruck misst. Alternativ kann auch eine Software die Reaktionslosigkeit des Fahrers feststellen. Wenn nötig, aktiviert sich der Nothalteassistent und stoppt das Fahrzeug. Er aktiviert das Warnblinklicht, verringert die Fahrtgeschwindigkeit und lenkt das Fahrzeug an den Fahrbahnrand. Das kontrollierte Herabsenken der Geschwindigkeit und der Spurwechsel stellen die größten Herausforderungen dar: Zahlreiche Abstandssensoren sind dafür im Einsatz. Zeitgleich sendet ein Sender einen Notruf. Der informiert die nächstgelegene Rettungsstelle darüber, wo das Fahrzeug zum Stillstand gekommen ist und dass hier ein Notfall vorliegt.Die Technik hat BMW bereits vorgestellt, das System ist allerdings noch nicht in Serie.

Aufgewacht!

Auf langen Fahrten lässt irgendwann die Konzentration nach, es kommt im schlimmsten Fall zum Sekundenschlaf. Rund ein Viertel aller Unfälle auf deutschen Straßen geht auf Konzentrationsmängel und Einschlafen des Fahrers zurück. Der Müdigkeitsassistent erkennt, zum Beispiel per intelligenter Kamera am Innenspielgel oder Sensoren, die die Lenkbewegungen erfassen, wenn der Fahrer seine Aufmerksamkeit verliert und leitet eine Gegenreaktion ein: Er weckt den Fahrer auf – in Form eines akustischen wie optischen Warnsignals.