Restwert von Elektrogeräten: Schrott ist Gold wert

Wer sein altes Handy, Tablet oder seinen Computer recyceln lässt, schützt die Umwelt und spart Energie. In vielen alten Elektrogeräten stecken wertvolle Rohstoffe. Smartphones enthalten zum Beispiel bis zu 60 verschiedene Bestandteile wie Kunststoff, Kupfer oder Glas. Darunter sind zu 25 Prozent Metalle, auch seltene Edelmetalle wie Gold und Silber.

Die Förderung von Gold ist sehr aufwendig. Alles Gold, das auf der Erde in Umlauf ist, ergibt einen Würfel, dessen Seiten circa 20 Meter lang sind und der ein Volumen von 8.000 Kubikmetern hat. Mit der Gesamtmenge des auf der Erde bisher geschürften Goldes könnte man ein Olympisches Schwimmbecken circa drei bis viermal füllen. Kaum zu glauben: Drei Tonnen dieses kostbaren Rohstoffes verstecken sich deutschlandweit in mehr als 100 Millionen ausrangierten Handys. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der alten Mobiltelefone damit um ein Viertel angestiegen. Doch nicht nur in alten Handys schlummern unentdeckte Schätze. Fast alle elektrischen Geräte enthalten Rohstoffe, die auf dem Weltmarkt derzeit zu immer neuen Rekordpreisen gehandelt werden. Immer mehr Energie ist nötig, um an diese Rohstoffe zu gelangen.

Hersteller müssen Elektroschrott zurücknehmen

Seit 2006 dürfen Elektrogeräte nicht mehr im normalen Hausmüll landen. Entsprechend der Menge der von ihnen auf den Markt gebrachten Neuwaren sind die Hersteller dazu verpflichtet, Elektroschrott zurückzunehmen und fachgerecht zu entsorgen. Auf diesem Wege lassen sich Altgeräte nahezu vollständig recyceln. Verbraucher können ihre Altgeräte bei den kommunalen Sammelstellen abgeben..

Altgeräte recyceln – Umwelt und Klima schonen

Da die vermeintlichen Müllberge in Deutschland stetig wachsen, haben die Deutsche Umwelthilfe und die Telekom die Initiative handysfuerdieumwelt.de gegründet. Hier können alle Verbraucher, deren Altgeräte in Schubladen oder im Keller verstauben, ihre ausgedienten Handys einfach zum Recyceln verschicken. Die Akkus werden fachgerecht entsorgt, die Handys werden dann mit den neuesten Verfahren hochwertig in ihre Bestandteile zerlegt. Mitmachen ist denkbar einfach: Auf der Internetseite kann sich jeder Verbraucher ein Versandetikett ausdrucken und sein altes Gerät kostenfrei an die Deutsche Telekom versenden. Der Erlös kommt Naturschutzprojekten der Deutschen Umwelthilfe zugute. Auch Gruppen, die selbst eine Umweltinitiative gründen möchten, können ihr Projekt über die Aktion Fifty-Fifty-Sammlung mit finanzieren.

Wer sein Handy lieber bei einer örtlichen Sammelstelle abgeben und dabei auch der Umwelt etwas Gutes tun möchte, kann sich auf der Internetseite des NABU Sammelstellen vor Ort anzeigen lassen und mit der Abgabe das Projekt „Alte Handys für die Havel“ unterstützen.

Wertvolle Rohstoffe zurückgewinnen

Projekte, die das umweltschonende Recycling alter Elektrogeräte fördern, lohnen sich für Klima und Umwelt besonders: Die Wiederaufbereitung einer Tonne Aluminium verursacht beispielsweise elf Tonnen weniger Kohlendioxid als seine ursprüngliche Herstellung. Durchschnittlich lassen sich pro recyceltem Gerät 150 mg Silber, 25 mg Gold und 9 Gramm Kupfer zurückgewinnen. Sogar kleinste Mengen an Platin und Palladium können so wieder weiterverwertet werden. Die Recyclingbilanz anderer Metalle ist ähnlich gut. Wer auf die sachgerechte Entsorgung achtet, hilft nicht nur der Umwelt: Aufbereitete Rohstoffe müssen so nicht teuer importiert werden.