Lohnt sich Solar?

Die Einspeisevergütung sinkt seit Jahren. Warum sich die Installation einer Photovoltaik-Anlage trotzdem rechnet.

Um selbst Solarstrom zu erzeugen, müssen Hauseigentümer erst mal investieren: Eine einfache Photovoltaik (PV)-Anlage mit fünf Kilowatt installierter Leistung kostet rund 6.500 Euro. „Lohnt sich das?“, fragen sich viele. Schließlich ist die staatlich garantierte Einspeisevergütung für Solarstrom, der ins öffentliche Stromnetz fließt, in den vergangenen 15 Jahren bei Kleinstanlagen um etwa 80 Prozent gesunken.

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Rechnet sich eine Photovoltaik-Anlage?

Die gute Nachricht vorweg: Photovoltaik auf dem eigenen Dach lohnt sich finanziell noch immer in fast allen Fällen. Allein durch den Abnahmepreis für Solarstrom, den das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantiert, erzielen Hauseigentümer eine Rendite von zwei bis vier Prozent im Jahr. Die genaue Höhe hängt davon ab, wann und mit wie viel Leistung eine PV-Anlage ans Stromnetz gekoppelt wird. Ein Beispiel: Für Solarstrom aus Hausdachanlagen bis zehn Kilowatt installierter Leistung (kWp, ausgesprochen: Kilowatt Peak) lag die Einspeisevergütung im September 2019 bei 10,33 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Dieser Vergütungssatz gilt für 20 Jahre, aber nur für die Anlagen bis 10 kWp, die im Juli 2019 ans Netz gingen. Denn jeden Monat sinkt die Einspeisevergütung etwas. Je früher Hauseigentümer ihre PV-Anlage also installieren, desto mehr Geld bekommen sie pro Kilowattstunde.
Zwar kassierten Neubesitzer kleiner Dachanlagen 2010 im Durchschnitt noch rund 35 Cent pro eingespeiste Kilowattstunde – etwa das Dreifache wie jemand, der sich heute Solarmodule aufs Dach schraubt. Trotzdem rechnet sich die Installation nach wie vor. Denn auch die Anlagenpreise sind stark gesunken: 2006 kosteten Dachanlagen bis 10 kWp samt Modulen, Zubehör und Montage noch etwa 5.000 Euro pro kWp, 2018 nur noch rund 1.300 Euro pro kWp. Anlagenbesitzer bekommen also weniger Geld für ihren Solarstrom, müssen aber selbst auch weniger dafür investieren.

Eigenverbrauch der Solaranlage erhöhen

Besonders wirtschaftlich wird der Betrieb der Solaranlage bei einem hohen Eigenverbrauch des erzeugten Solarstroms. Logisch: Da die Einspeisevergütung für Neubesitzer vergleichsweise niedrig ausfällt, ist es sinnvoll, möglichst viel Solarstrom selbst zu nutzen. Eine Kilowattstunde aus dem Netz kostet momentan im Durchschnitt 25 Cent pro kWh, für Solarstrom aus Neuanlagen bis 10 kWp gibt’s vom Staat aber nur die genannten 10,64 Cent pro kWh. Der Direktverbrauch spart deutlich mehr ein, als der Verkauf bringt.
Im Schnitt liegt die Eigenverbrauchsquote derzeit bei 20 bis 30 Prozent. Wer seinen Eigenverbrauch steigern will, steht vor einem Dilemma: Haushalte benötigen vor allem am Morgen und Abend Strom – zum Kochen, Waschen, Wärmen oder Beleuchten. Den meisten Strom erzeugt eine Solaranlage aber am Mittag, wenn die Sonne scheint und die meisten Hauseigentümer arbeiten. Elektronische Geräte mit Timer wie Waschmaschinen, Saugroboter oder Geschirrspüler sollten deshalb möglichst in der Mittagszeit laufen.
Mit Solarstromspeichern lässt sich die Energie für den Abend aufbewahren und der Anteil des selbst genutzten Stroms auf 30 bis 60 Prozent erhöhen. Noch sind die Preise für Speicher relativ hoch, sie sinken aber derzeit.

Richtig dimensionieren

Auch die richtige Ausrichtung der PV-Anlage steigert die Erträge. Tipp: Die Solarmodule bei Schrägdächern am besten nach Westen und Osten ausrichten, wo die Sonne morgens und abends scheint. Die Erträge sind zwar geringer als auf der Südseite, werden aber dann geliefert, wenn der Strombedarf hoch ist.
Für Solarmodule eignen sich Flach- und Schrägdächer gleichermaßen. Vorteil bei Flachdächern: Die Solarmodule lassen sich darauf beliebig neigen und ausrichten. Bei Schrägdächern reichen sechs bis acht Quadratmeter Dachfläche für vier Solarmodule, die zusammen mindestens ein Kilowatt Solarleistung liefern. Bei Flachdächern variiert die benötigte Fläche je nach Neigung der Module. Wie groß die Anlage dimensioniert sein sollte, hängt in erster Linie vom Strombedarf ab. Für je 1.000 kWh Stromverbrauch im Jahr sollte mindestens 1 kWp installiert werden. Ein Vierpersonenhaushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4.500 kWh braucht also mindestens 4,5 kWp. Mehr als 10 kWp zu installieren, lohnt sich für Privathaushalte dagegen meist nicht. 

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So steigern Sie Ihren Eigenverbrauch

Weitere Infos, wie Sie das Maximum aus Ihrer Solaranlage herausholen, finden Sie hier.