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Sonja Kirchberger am Strand fotografiert von Andreas auf der Maur
Bildnachweis bitte:  „Andreas auf der Maur"

Interview: Sonja Kirchberger

"Eltern haben eine große Vorbildfunktion"

Im Interview erzählt die Schauspielerin Sonja Kirchberger, wie sie sich für den Umweltschutz engagiert.

Wie stark engagieren Sie sich für Umweltschutz? Das begleitet mich auf Schritt und Tritt, auch weil mich meine eigene Erziehung in diesem Punkt stark geprägt hat.

Inwiefern? Meine Mutter hat schon damals Aktionen in Sachen Umweltschutz unternommen, die sie oft zum Außenseiter machten. Das war für mich als Kind manchmal schwierig, aber heute macht es mich sehr stolz auf sie.

Als Wahl-Mallorquinerin sind Sie sicher mit Solaranlagen auf Privatdächern vertraut – beschäftigen Sie sich selbst mit dem Thema erneuerbare Energien? Natürlich trage auch ich meinen Teil zur Nutzung regenerativer Energie bei und bin damit auch noch lange nicht fertig. Wir haben Pläne, uns in Zukunft noch umfangreicher damit auseinanderzusetzen und alternative Energiegewinnung noch stärker in unser Leben zu integrieren.

Achten Sie zum Beispiel auf biologische Ernährung? Ist das auf Mallorca möglich? Verglichen zu früher ist die Insel heute ein Bio-Paradies. Ich bin fast vegan aufgewachsen und meine Mutter, die ihrer Zeit weit voraus war, achtete schon damals stark darauf, dass wir ausschließlich biologisch erzeugte Nahrung zu uns nehmen. Ich achte ebenso sehr auf unsere Ernährung. Meinen Mann konnte ich davon überzeugen, dass Nahrung als Medizin zu verstehen ist und meinen Sohn nerve ich zwischendurch gewaltig damit. Aber Ausdauer ist meine Stärke.

Mütter achten besonders auf die Umwelt, weil sie wissen, dass ihre Kinder diese einmal erben werden. Leben Sie das mit Ihren Kindern, zum Beispiel: „Heute fahren wir nicht mit dem Auto, sondern mit dem Fahrrad“? Unser Sohn ist 11 Jahre alt. In diesem Alter wird in den Schulen schon sehr deutlich über die Gefahren, auf die wir zusteuern, gesprochen. Für mich ist es die große Herausforderung, meinen Sohn über die Dinge in der Welt zu informieren, ohne ihn zu beängstigen. Als Eltern haben wir eine große Vorbildfunktion und sind uns dieser Verantwortung bewusst. Wir sind beispielsweise Fahrradfahrer und nehmen das Auto nur, wenn es wirklich sein muss. Aber Themen wie Mülltrennung, Fahrrad statt Auto oder die Vermeidung unnötigen Wasser- oder Stromverbrauchs – das sollten für uns alle keine große Sachen mehr sein. Nur weil ich das einhalte, sehe ich mich auch nicht als besonders umweltbewusst. Das sollte heute für uns alle selbstverständlich sein.

Was würden Sie als Bundesumweltministerin sofort ändern? Es gibt sehr viel zu ändern. Aber um das umsetzen zu können, müsste es durchweg mehr seriöse Informationsquellen geben und nicht nur Angst verbreitende Schlagzeilen ohne Inhalt. Fundierte Aufklärung wäre wohl das erste Thema, das ich angehen würde.

Thema persönliche Energie: Wie kommen Sie aus stressigen Dreharbeiten wieder raus, wie schalten Sie ab und tanken wieder auf? Ich mag es, wenn viel los ist und es einen straffen Zeitplan gibt. Das empfinde ich gar nicht als Stress. Stress wäre für mich, wenn ich mich länger mit negativen Menschen umgeben müsste oder wenn ich mich zu lange mit Situationen beschäftige, die ich ohnehin nicht ändern kann. Beides versuche ich zu verhindern. Und zwar wo und wann ich nur kann. Das Leben ist viel zu kurz, um seine Energie mit negativen Menschen oder Umständen zu vergeuden. Aber ich verstehe mich auch auf die hohe Kunst des „Nichtstun". Ich kann nach einer Yogastunde ewig lange am Strand sitzen, dem Meer beim Tanzen zusehen und alles um mich vergessen.

Wir sehen Sie hierzulande selten auf roten Teppichen – Absicht oder Zeitmangel? Eher Zeitmangel! Ich bin Mutter und mein Sohn hat Priorität. Das ist ein Naturgesetz.

Auf Ihrer Internetseite stehen folgende Sportarten: Skifahren, Wasserski, Inlineskating, Reiten, Yoga, Ballet, Standardtänze, Motorradführerschein –betreiben Sie diese Aktivitäten immer noch in Ihrer Freizeit? Ich begann mit vier Jahren zu tanzen, vielleicht bin ich auch deswegen ein sehr motorischer Mensch. Ein Tag ohne Bewegung fühlt sich für mich an wie ein versäumter Tag – und kann sich bei mir in schlechter Laune äußern.

Als Kind waren Sie Ballett-Elevin der Wiener Oper – wieso entschieden Sie sich gegen eine Ballettkarriere und lernten erst einmal einen klassischen Beruf als Zahntechnikerin. Hilft Ihnen diese „normale“ Vergangenheit, auf dem Teppich zu bleiben und zum Beispiel mit Geld umzugehen? Die Ausbildung zur Zahnarztassistentin machte ich parallel zur Tanzausbildung. Meine Eltern bestanden darauf. Unterbrochen wurde meine Tanzkarriere durch meine erste Schwangerschaft. Dass ich den Bezug zur Realität nicht verlor, lag eher an der Geburt meiner Tochter.

Im Jahr 2008 spielten Sie eine Mutter und sagten im Interview: „Es gibt nichts Besseres auf der Welt als Mutter sein.“ Wie stark bestimmen Ihre Kinder Janina und Lee-Oscar Ihr Leben? Meine Kinder sind zwar sehr stark in mein Berufsleben integriert. Dennoch ist es mir wichtig, dass Regelmäßigkeit und Zuverlässigkeit ihr Leben bestimmen. Deswegen sagte ich öfters auch mal interessante Projekte ab. Meine Kinder an meinem Berufsleben teilhaben zu lassen darf nicht so weit gehen, dass sie sich meinem Lebensrhythmus komplett unterordnen müssen. Ich sehe es als meine alleinige Aufgabe, Familie und Beruf so unter einen Hut zu kriegen, dass die normalen täglichen Abläufe, die ein glückliches Kinderleben bestimmen, nicht gestört oder unterbrochen werden: Schule, Freund treffen, Sport oder Musikunterricht. Das wäre zu viel an Unruhe und vermittelt Kindern eher Unsicherheit.

Sagen Sie Ihren Kindern, dass sie erst einmal etwas Bodenständiges lernen sollen oder unterstützen Sie sie in künstlerischem Bestreben? Meine Kinder erziehe ich zu einer klaren, demokratischen Wertestruktur. Ich bestehe auf einer sehr guten Schulausbildung, weil sie das Fundament für ihre Zukunft ist. Welchen Weg sie nach ihrem Schulabschluss gehen wollen, entscheiden sie selbst. Ich kann Erfahrungen dann nur noch auf ihren Wunsch weitergeben, damit sie es sich vielleicht sparen, diese selbst durchleben zu müssen. Wenn sie das nicht wollen, dann ist das auch in Ordnung. Mit Versuch und Versagen kommt man früher oder später auch zum Erfolg.

In Ihren Rollen umweht Sie oft eine melancholische Aura. Im Film „Der WiXXer“ aber sind Sie richtig lustig! Sind Sie privat eher eine ernsthafte oder eine fröhliche Person? Ich bin ein sehr positiv denkender Mensch, lache gerne und habe das Talent zum Glücklichsein. Dennoch setze ich mich stark mit dem Leben auseinander ­– und das fordert sicher auch mal weniger fröhliche Momente.

Ist es besonders schwer oder leicht, eine Beziehung zu einem anderen Schauspieler zu haben? Ihr Lebenspartner Jochen Nickel ist ja nicht minder prominent wie Sie. Es ist wie in jeder Beziehung, wenn beide Partner im selben Beruf stehen. Wir unterstützen uns, aber dennoch lassen wir einander los. Lassen den anderen seinen Weg gehen. Man hat ja nicht nur einen gemeinsamen Weg! Die Gemeinsamkeiten gilt es herauszufinden. Und diese Reise muss spannend sein!

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