Mehr Autarkie mit Sonnenenergie

Jahrelang war es für Betreiber von Solaranlagen ein ordentlicher Nebenverdienst, wenn sie ihren Solarstrom ins Netz einspeisten. Doch seit die Einspeisevergütungen stark gesenkt wurden, ist es günstiger, den auf dem Dach erzeugten Strom selbst zu nutzen als ihn zu verkaufen.Das Problem: Nicht immer, wenn wir Strom brauchen, scheint die Sonne. Wenn sie dann scheint, produziert das heimische Minikraftwerk mehr Strom als die Hausbewohner brauchen. Den Anteil des Eigenverbrauchs von Solarstrom zu erhöhen, ist nur mit Speichern möglich, die überschüssigen Strom aufnehmen.

Viele Unternehmen arbeiten deshalb an Stromspeicher-Lösungen. Dabei dominieren zwei Akku-Technologien das Angebot: Zum einen Blei-Säure- und Blei-Gel-Akkus. Zum anderen Lithium-Ionen-Akkus.

Riesen-Akkus

Riesen-Akkus für den Keller bestehen aus Blei- oder LIthium-Ionen-Batterien.

Blei- oder Lithium-Ionen-Akku für Solarenergie?

Bleibatterien sind zwar billiger, haben aber weniger Speicherkapazität. Ein weiterer Nachteil: Sie dürfen nur halb entladen werden. Das hat zur Folge, dass ein Akku mit einer Speicherkapazität von acht Kilowattstunden real nur vier Kilowattstunden speichern kann. Nach etwa 100 Ladezyklen lässt die Kapazität einer solchen Batterie nach. Das entspricht laut Herstellerangaben einer Lebensdauer von etwa zehn Jahren.

Lithium-Ionen-Akkus sind technisch besser, aber auch teurer. Sie können auf weniger Raum mehr Energie speichern, sind leichter und kompakter. Mit einem Lithium-Ionen-Akku sind bis zu 3.000 Lade- und Entladezyklen möglich. So könnte er es auf laut Technikern auf eine Lebensdauer von 20 Jahren bringen.

Unabhängigkeit (noch) teuer erkauft

Mit einem Solarspeicher können Solarstromer ihren Eigenverbrauch im besten Fall verdoppeln. Doch das kostet. Ein Rechenbeispiel: Eine durchschnittliche Fotovoltaikanlage auf einem Hausdach erwirtschaftet rund fünf Kilowatt peak (kWp) Leistung. Wenn man den Preis pro kWp mit der Leistung multipliziert, kommt man auf rund 7.000 für eine Blei-Solar-Batterie und 11.000 Euro für eine Lithium-Solar-Batterie.

Ganz allein stemmen müssen Interessierte diese Summen aber nicht: Nachdem die Förderbank KfW die Subvention von Solarspeichern Ende 2015 gestopt hatte, vergibt sie seit dem 1. März 2016 wieder zinsverbilligte Darlehen und Tilgungszuschüsse. Allerdings fällt die Förderung geringer aus als zuvor. Zudem sinkt sie in den kommenden Jahren sukzessive. Der Grund: Batteriespeicher werden in Zukunft deutlich günstiger. Dann werden sie auch ohne Förderung wirtschaftlich sein. Alles zu der neuen Förderung lesen Sie unter: Neue Förderung für Solarstromspeicher.

Entlastung für Stromnetze

Mit einem Solarstromspeicher tun Anlagenbesitzer nicht nur sich selbst, sondern auch der Umwelt etwas Gutes. Denn die Akkus entlasten die Stromnetze, indem sie die Einspeisung ins Netz vom Zeitpunkt der Stromerzeugung entkoppeln. Das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme kommt zu dem Schluss, dass durch Speicher, die an das Netz angeschlossen sind, Spitzen in der Stromproduktion um bis zu 40 Prozent reduziert werden können. Das erhöht die Aufnahmefähigkeit der Netze um bis zu 66 Prozent. Ohne einen zusätzlichen Ausbau des Netzes.