Superfood: ein teurer Trend

Goji, Chia, Açai – je unaussprechlicher der Name, desto mehr Superkräfte schreiben viele solchen exotischen Lebensmitteln zu. Was kann Superfood wirklich?

Gesundheit, Schönheit und Energie versprechen sie, die wohlklingenden Heilsbringer aus fernen Ländern, für die sich findige Marketingstrategen den Begriff Superfood ausgedacht haben. Kleine schwarze Chiasamen sollen gegen Bluthochdruck helfen und den Blutzuckerspiegel regulieren. Getrocknete Gojibeeren gelten als Anti-Aging-Mittel und Booster für das Immunsystem. Und die Açaibeere, Grundnahrungsmittel im Amazonasgebiet, hilft angeblich beim Abnehmen.

Öko-Test prüfte Super-Nahrung

Von den vermeintlichen Superkräften lässt sich allerdings wenig bis nichts nachweisen. Im Gegenteil: Bei einigen der exotischen Lebensmittel ist nicht nur der Nährstoffgehalt hoch, sondern auch die Pestizidbelastung. Wie die Zeitschrift Öko-Test nachgewiesen hat, sind viele der Produkte stark schadstoffbelastet. Analysiert wurden 22 Superfood-Produkte – von Chiasamen und getrockneten Gojibeeren bis hin zu Gerstengras- und Açaipulver. Mehr als zwei Drittel bekamen ein „Ungenügend“ oder ein „Mangelhaft“, weil sich Mineralöl, Blei, Cadmium oder überhöhte Pestizidmengen darin nachweisen ließen. Auch für die Umwelt ist Superfood nicht wirklich super. Chiasamen stammen aus Mexiko, Açaibeeren aus Südamerika, Gojibeeren meist aus China. Der lange Weg bis in deutsche Supermärkte belastet das Klima. Und das Portemonnaie der Kunden. Denn Superfood ist relativ teuer.

Regionale Alternativen

Zu Chia & Co. gibt es günstigere und gesunde Alternativen, die auch hierzulande angebaut werden. Leinsaat zum Beispiel enthält ähnlich viel Ballaststoffe, Kalzium und Eiweiß wie Chia. Was in Gojibeeren steckt, findet sich auch in schwarzen Johannisbeeren. Und die Açaibeere lässt sich durch Brombeeren, Holunder oder Heidelbeeren ersetzen. Klingt doch auch lecker, oder?