Studie: Dämmen verbessert Klimabilanz

Eine neue Studie zeigt, die Klimabilanz aller Dämmstoffe für Fassade, Kellerdecke und Dach fällt weitaus besser aus als gedacht.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Dämmstoffe über die Lebensdauer betrachtet mehr Energie und Treibhausgase vermeiden, als ihre Herstellung erfordert. Darauf weist das vom Umweltministerium Baden-Württemberg gefärderte Informationsprogramm Zukunft Altbau hin.

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Eine schlecht gedämmte Gebäudehülle gehöre zu den größten ökologischen Versäumnissen, die Hauseigentümern unterlaufen können, so Zukunft Altbau. Denn auch ambitioniertere Dämmstandards als der Gesetzgeber fordert, lohnen sich für das Klima, zeigt die Studie vom Institut für Energie‐ und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) und dem Verein Natureplus. Bewertet haben die Forscher auch, wie gut die jeweilige Ökobilanz der verschiedenen Dämmstoffe ist.

Für die Produktion von Dämmstoffen braucht die Baustoffindustrie Energie – egal, ob für mineralische Stoffe wie Glas‐ und Steinwolle oder für Dämmmaterialien aus Kunststoffen wie etwa expandiertes Polystyrol, auch bekannt als Styropor. Diese konventionellen Dämmmaterialien decken rund 90 Prozent des Marktes ab. Doch auch die Produktion von nachwachsenden Dämmstoffen wie Hanf, Flachs oder Holzfasern erfordert Energie. Da hier die Sonne einen Teil der Arbeit übernimmt, ist der Energieaufwand jedoch in vielen Fällen etwas geringer.

Auch konventionelle Dämmstoffe gut

Dass die Ökobilanz auch bei den oft kritisierten konventionellen Dämmstoffen sehr gut ist, zeigen die neuen Zahlen eindeutig: Im Schnitt vergeht nur gut ein Jahr, bis sich die Dämmung eines sanierten Altbaus energetisch amortisiert hat, ermittelten die Forscher anhand eines Beispielhauses im KfW‐Effizienzhaus‐Standard 55. Danach ist die Dämmung meist noch 40 Jahre oder mehr intakt und spart weiter Heizenergie ein. Gegenüber einem Neubau mit energetischem Mindeststandard braucht es – je nach Dämmstoff und Heizungstechnologie – fünf bis zehn Jahre, bis sich die dickere Dämmung des KfW‐55‐Hauses energetisch rechnet. Selbst der noch bessere KfW‐40‐Standard bringt Vorteile mit sich: Hier rechnet sich die Dämmung im Vergleich zum nicht gedämmten Altbau nach bis zu drei Jahren und im Vergleich zum Neubaustandard nach immerhin sieben bis 18 Jahren. Aus ökologischer Sicht sind umfangreiche Maßnahmen zur Gebäudedämmung im Rahmen der gängigen baulichen
Praxis daher immer sinnvoll.

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Weniger Energieaufwand, mehr Recycling

Aktuell schneiden laut ifeu‐Studie die Holzfaser‐Einblasdämmung sowie Hanf‐ und Jutematten am besten ab, was den Herstellungsaufwand und die Entsorgungslasten angeht. Auf dem zweiten Platz folgen Zellulose‐Einblasdämmstoffe gemeinsam mit Holzfasermatten und Polystyrol‐Platten, die heute ohne das gesundheitsschädliche Brandschutzmittel HBCD hergestellt werden. Auf dem dritten Rang liegen die meisten übrigen Dämmstoffe in Platten- und Mattenform. Dazu gehören unter anderem Glaswolle‐Matten, Steinwolle‐ und Mineralschaumplatten. Nicht ganz so gut schneiden nass produzierte Holzfaser‐ und Schaumglasplatten ab – sie benötigen viel Energie bei der Herstellung. Damit die Ökobilanz der Dämmstoffe noch besser wird, ist neben einer energieeffizienten Produktion ein möglichst stoffliches Recycling erforderlich, so die Studie. Der Einstieg in eine Kreislaufwirtschaft ist aber nicht nur für Polystyrol & Co. sinnvoll. Wollen Dämmmaterialien aus Naturbaustoffen wie Jute oder Hanf ihren Vorsprung behalten, müssen auch bei ihnen Verbesserungen beim Recycling erzielt werden. Aktuell werden diese nämlich noch – wie viele andere Dämmstoffe auch – in Müllverbrennungsanlagen verbrannt.

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