Breitbandausbau nicht ambitioniert genug

Die Regierung plant bis 2018 schnelle Internetverbindungen in ganz Deutschland zu garantieren, bisher fehlt im Ausbau allerdings noch das Tempo.

Etwa ein Drittel der Menschen in Deutschland haben nach wie vor keinen Zugriff auf schnelle Internetzugänge. Von schnellem Internet spricht man ab einer Übertragungsrate von mindestens 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Die Regierung hat 2015 insgesamt 4 Milliarden Euro für den Breitbandausbau bis zum Jahr 2018 zur Verfügung gestellt, davon wurden bislang nur 1,3 Milliarden Euro bewilligt.

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Diskrepanz zwischen Stadt und Land

Besonders gravierend ist der bestehende Unterschied zwischen Stadt und Land. Während in Großstädten wie beispielsweise Hamburg 94,4% der Haushalte schnelle Anschlüsse haben und auch Stadtstaaten wie Berlin und Bremen eine Versorgung von 90,2% und 93,6% vorweisen, hängt der ländliche Raum deutlich zurück. Dort hat nur etwa ein Drittel der Leute eine Verbindung mit einer Übertragungsrate von mindestens 50 Mbit/s. Der Breitbandausbau auf so großer Fläche ist aber extrem kostspielig und zeitaufwendig und bis 2018 wohl kaum mehr zu realisieren.

Umstrittenes Verfahren

In Branchenkreisen wünscht man sich das Verlegen von Glasfaserkabeln bis in die Wohnungen der Nutzer deutschlandweit. Damit wären Datenübertragungsraten von bis zu 250 Mbit/s möglich. Allerdings wird bei dem Ausbau auch an vielen Orten auf das umstrittene Vectoring-Verfahren zurückgegriffen. Durch einen Ausgleich elektromagnetischer Störungen in den Kupferleitungen kann damit eine Datenübertragungsgeschwindigkeit von maximal 100 Mbit/s erreicht werden.

Viele Kritiker sehen dieses Verfahren lediglich als eine Überbrückungsmaßnahme an, die auf Dauer nicht ausreichen wird. Ebenso mehrt sich die Kritik an den Zielen der Regierung, da 50 Mbit/s nicht ambitioniert genug seien, so etwa Thomas Kerkhoff, Bürgermeister im nordrhein-westfälischen Gescher.

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