„Brennbares Eis“: China fördert Methanhydrat

Es lagert tief im Meeresboden und könnte eine neue Quelle zur Erdgas-Gewinnung sein: Methanhydrat. China gelang der Abbau aus den Tiefen des Ozeans.

Ist das Energieproblem gelöst? China setzt große Hoffnungen in die Hydrate aus Methan, ein Gas, welches den Hauptbestandteil von Erdgas bildet. Im Meeresboden befindet sich eine Substanz in Form von weißen festen Klumpen worin das Gas gefangen ist. Berichten der Nachrichtenagentur Xinhua zufolge wurde in 1.266 Metern danach gebohrt. Im Rahmen von Tests konnten seit März 2017 täglich 16.000 Kubikmeter Gas gefördert werden. Der Abbau würde eine neue Quelle zur Gewinnung von Erdgas bieten.

Abbau ist sehr aufwendig

Technisch gesehen stellt der Abbau eine Herausforderung dar: Das Methangas muss kontrolliert aus den umliegenden Wassermolekülen befreit werden. Dazu bohrte China Löcher in die Hydratschichten am südchinesischen Meeresboden und senkte durch Pumpen den Druck ab, damit die Gase entweichen können. Hält man ein Feuerzeug an die weißen Klümpchen, fangen diese an zu brennen. Daher kommt auch der Name „brennbares Eis“.

Langfristige Energieressource gesichert?

Nicht nur China, sondern auch Japan hat das Hydrat ins Auge gefasst. Schon 2013 fanden Bohrungen seitens der Japaner statt, mit welchen Erdgas aus Methanhydrat gewonnen werden konnte. Wissenschaftler sind sich nicht sicher, ob der erfolgreiche Abbau zu einer Energierevolution führen wird. Auch Umweltschützer schlagen Alarm, da sich durch einen mechanischen Eingriff die Stabilität des Meeresbodens verringern kann. Auch das Erschließen neuer fossiler Ressourcen, fördere den Ausbau von erneuerbaren Energien nicht sonderlich. Dennoch setzen Länder wie China und Japan ihre Hoffnungen auf das „brennbare Eis“. Denn: Der asiatische Raum birgt nur sehr wenig Öl- und Gas-Vorkommen.