Die Norweger schießen übers Ziel hinaus

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Während in Deutschland Förderprogramme für E-Autos Mangelware sind, gibt es in anderen europäischen Ländern zu viel davon. In Norwegen können Fahrer von E-Autos ihre Fahrzeuge an öffentlichen Parkplätzen kostenlos aufladen und Busspuren nutzen. Außerdem sind dort E-Flitzer von der Kfz-Steuer befreit und beim Kauf entfällt die Mehrwertsteuer. Viele Gründe also, sich für ein E-Auto zu entscheiden. 50.000 Käufer von E-Autos wollte die norwegische Regierung gewinnen. Das Ziel ist erreicht und zwar drei Jahre früher als geplant.

Förderung für Reiche

Weil die Fördergelder ausgeschöpft sind, kappt die norwegische Regierung die Zuschüsse nun. E-Auto-Fahrer sollen ab 2018 wieder 50 Prozent der Kfz-Steuer zahlen und ab 2020 wieder den vollen Satz. Statt der Mehrwertsteuerbefreiung soll es eine Prämie geben.

Dem norwegischen Fiskus waren durch die Erleichterungen im letzten Jahr bis zu 470 Millionen Euro durch die Lappen gegangen. Ob die Förderung immer sinnvoll war, hatte die Regierung zuletzt auch angezweifelt. Denn vor allem wohlhabende Norweger nahmen das Programm in Anspruch, um sich Luxussportlimousinen wie den Tesla Model S zu leisten.

München macht den ersten Schritt

Deutschland ist bei E-Auto Zuschüssen Schlusslicht. Als Vorreiter steckt die Stadt München jetzt 30 Millionen in den Ausbau der Elektromobilität. Mit dem neuen Förderprogramm unterstützt sie den Kauf eines gewerblich genutzten Pkw mit 2.500 Euro. Für den Kauf von Taxen und für E-Lkw gibt es 4.000 Euro Zuschuss, für Elektroroller 500 Euro. Außerdem gibt es Zuschüsse für private Ladestationen und die Stadt errichtet 200 neue öffentliche Ladepunkte. Um mit gutem Beispiel voranzugehen, schafft der städtische Fuhrpark 32 Elektroautos und Pedelecs an.