Fehlende Infrastruktur für grüne Lkw

Bis 2030 soll ein Fünftel aller Lkw in der EU emissionsfrei fahren. Die dafür benötigte Infrastruktur ist jedoch nicht in Sicht.

Kurz vor den Verhandlungen über europäische Abgas-Standards für LKW macht der Verband für Automobilindustrie (ACEA) darauf aufmerksam, dass es praktisch keine Infrastruktur für emissionsarme Lastwagen gibt. Ohne diese können nach Ansicht des ACEA die vorgeschlagenen Grenzwerte für den CO2-Ausstoß nicht erreicht werden. „Niemand kann erwarten, dass unsere Kunden in Fahrzeuge mit alternativen Antrieben investieren, die sie nicht beladen oder betanken können“, sagt ACEA-Generalsekretär Erik Jonnaert.

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Kein politischer Plan vorhanden

Während das Netz der Ladestationen für Pkw stetig steigt, gibt es für Lkw bislang keinen politischen Plan zum Aufbau einer Infrastruktur. Der Verband weist darauf hin, dass Ladestationen für Pkw von Lkw nicht benutzt werden können. Gerade schwere Lkw (über 16 Tonnen) haben einen größeren Energiebedarf und benötigen Ladestationen mit deutlich höheren Leistungen, vor allem entlang der Autobahnen.

110.000 Lkw 2030 auf Ladepunkte angewiesen

Der ACEA geht davon aus, dass vier von fünf neuen und schweren Lastkraftwagen in der EU nach 2025 von Batterien angetrieben werden, bei leichteren Lkw rechnet der Verband mit 15 Prozent der Zulassungen. Damit wären im Jahr 2030 110.000 Lkw auf Ladepunkte angewiesen. Laut dem ACEA ist dieses Ziel praktisch nicht erreichbar, auch wenn es deutlich unter den Annahmen des Europäischen Parlaments liegt. Das Parlament geht davon aus, dass 2030 ein Fünftel aller Lkw emissionsfrei auf den Straßen rollen. „Die Ziele sollten dementsprechend gesetzt werden und sie müssen von einem Aktionsplan zum Ausbau einer Lkw-spezifischen Infrastruktur begleitet werden“, meint Jonnaert.