Forscher entdecken neues Treibhausgas

Kanadische Wissenschaftler haben ein neues Problem für unser Klima identifiziert: das Treibhausgas PFTBA. Es ist um ein vielfaches schädlicher als CO2 – und stammt vom Menschen.

Kanadische Wissenschaftler haben offenbar ein neues Treibhausgas entdeckt: Perfluortributylamin (PTBFA) soll 7.100 Mal schädlicher sein als das altbekannte CO2. Was das für den Treibhauseffekt und zukünftige Klimakonferenzen bedeutet, lässt sich noch nicht abschließend feststellen. Erste Erkenntnisse zum neuen Treibhausgas veröffentlichten die Forscher der Universität Toronto im Fachblatt Geophysical Research Letters.

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Lange Halbwertszeit

Die chemischen Kürzel FCKW und CO2 sind wegen des Treibhauseffekts seit langem negativ behaftet. Nun kommt ein neues Kürzel hinzu: PFTBA. Ein Molekül dieses Gases wirkt sich in einem Zeitraum von 100 Jahren genauso förderlich auf den Treibhauseffekt aus wie 7.100 Moleküle CO2. Das Problem: PFTBA hat eine extrem lange Halbwertszeit und hält sich über 500 Jahre in der Atmosphäre, bis es sich schließlich in höheren Sphären verdünnt. Eine Art „Gegengift“, welches das Gas neutralisieren könnte, ist derzeit noch nicht bekannt.

Auch wenn PFTBA erst jetzt als Treibhausgas festgestellt werden konnte, unbekannt ist der Stoff nicht. Seit über 60 Jahren setzt es die Elektroindustrie als wärmeleitendes Gas und für Tests ein – und erzeugt es extra für diese Zwecke. Bisher ist nicht bekannt, in welchen Mengen PFTBA von der Industrie ausgestoßen wird. Je nach Menge wäre ein Verbot des Stoffs in der Zukunft denkbar.

Wirkung von PFTBA liegt im Dunkeln

Das seit dem Klimaprotokoll von Montreal weitgehend verbotene FCKWhat sogar ein 23.000 Mal höheres Treibhauspotenzial als CO2, kommt aber sehr viel seltener in der Atmosphäre vor. Sein Anteil an der Klimaerwärmung wird dennoch auf 11 Prozent beziffert. Die Auswirkungen von PFTBA lassen sich erst abschätzen, wenn es in einer weiterführenden Studie untersucht wurde.

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