Heute ist Tag gegen Nuklearversuche

Jedes Jahr am 29. August findet der internationale Tag gegen Nuklearversuche statt. Eine atomare Abrüstung ist jedoch nicht in Sicht.

Die Weltbevölkerung für die Gefahren von Nuklearwaffen und Atomenergie zu sensibilisieren, ist Ziel des internationalen Tages gegen Nuklearversuche. Zudem wird er oft zum Anlass genommen, um für einen verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien zu werben. Auf Vorschlag von Kasachstan haben die Vereinten Nationen (UN) den Welttag im Jahr 2009 ins Leben gerufen.

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Aufklärung über Atomenergie und -waffen

Für den Welttag wurde der 29. August gewählt, an dem im Jahr 1949 der nukleare Rüstungswettlauf zwischen den USA und der Sowjetunion begann und der erste Atomwaffentest in Kasachstan durchgeführt wurde. Außerdem wurde an diesem Tag im Jahr 1991 das weltgrößte Atomwaffen-Übungsgelände in Semipalatinsk in Kasachstan geschlossen. Zahlreiche Organisationen und Netzwerke nutzen den Tag, um mit Konferenzen, Ausstellungen und Vorträgen auf die Risiken von Kernwaffen und Atomenergie aufmerksam zu machen und für den Ausbau der erneuerbaren Energien zu werben. Führende Politiker fordern zudem die vollständige nukleare Abrüstung aller neun Atommächte (Russland, USA, Frankreich, China, Großbritannien, Pakistan, Indien, Israel und Nordkorea).

Nukleare Abrüstung in weiter Ferne

Auf eine Abrüstung deutet indes wenig hin. Zwar ist die Zahl der Nuklearsprengköpfe weltweit leicht zurückgegangen, doch haben alle Atommächte damit begonnen, ihre Programme zu modernisieren oder ihr Arsenal technisch aufzurüsten. Das geht aus einem Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI hervor, der im Juni 2018 veröffentlicht wurde. Demnach verfügen Russland und die USA über fast 92 Prozent aller 14.465 Atomsprengköpfe. Davon seien zurzeit 3.750 Sprengköpfe operativ einsatzfähig. Keines der Atommächte sei dazu bereit, sich auf absehbare Zeit um eine verstärkte nukleare Abrüstung zu bemühen, so die SIPRI-Forscher.