Ist das Verbot Schrott?

Elektronische Altgeräte aus Europa werden trotz internationaler Verbote nach Asien und/oder Afrika exportiert.

Mitarbeiter des Basel Action Network (BAN) und Greenpeace haben in zehn EU-Ländern 314 alte LCD- und Röhrenmonitore, PCs und Drucker mit GPS-Peilsendern ausgestattet, um nachzuvollziehen, wo die Geräte final entsorgt werden. Das Ergebnis: Ein Teil des Elektroschrotts reist von der Abgabe an städtischen Sammelstellen bis nach Afrika und Asien. Das ist eigentlich verboten. Laut der Basler Konvention sind alle diese Geräte gefährlicher Abfall, weil sie Schadstoffe wie Quecksilber, Blei, Zinn und bromierte Flammschutzmittel enthalten.

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19 der 314 Geräte markierten Geräte wurden exportiert

In Deutschland wurden 54 Geräte mit den Peilsendern ausgestattet. Außerdem wurde Elektroschrott in Belgen (29 Geräte), Dänemark (20 Geräte), Großbritannien (39), Irland (24), Italien (48) sowie Polen (20), Österreich (18), Spanien (45) und Ungarn (17 Geräte) mit GPS-Trackern versehen. Nach Afrika reisten sieben Geräte: In Nigeria kamen fünf Altgeräte, in Ghana und Tansania jeweils eines an. Der zur Nachverfolgung markierte Elektroschrott ging außerdem nach Thailand, Hong Kong und Pakistan. Auch in Rumänien und in der Ukraine wurden markierte Altgeräte entsorgt. Aus Deutschland reiste nur ein LCD-Bildschirm von Dresden aus bis auf eine illegale Mülldeponie in die Nähe von Bangkok.

Lücken im deutschen Recyclingkreislauf

Recherchen der Deutschen Umwelthilfe zufolge landen jedes Jahr hunderttausende Tonnen Elektroschrott im Restmüll oder vergiften die Umwelt in Entwicklungsländern. Manfred Santen, Chemieexperte bei Greenpeace, erklärt: „Menschen in Entwicklungsländern, die Elektroschrott zerlegen, sind gesundheitsgefährdenden Schadstoffen oft ungeschützt ausgesetzt. Beim Verbrennen der Geräte können unter anderem hochchlorierte Dioxine entstehen.“