Kein neuer Rekord beim Wind

Entgegen der Prognosen gab es 2016 keinen neuen Rekord beim weltweiten Windkraftausbau. Das liegt vor allem an der langsameren Entwicklung in China.

Entgegen mehrerer Prognosen ist die im vergangenen Jahr weltweit neu installierte Windkraftleistung nicht wieder über der Marke von 60.000 MW gelandet. Nach dem Rekordzubau von 63.600 MW im Jahr 2015 meldete der Global Wind Energy Council (GWEC) für die zurückliegenden zwölf Monate ein Plus von 54.600 MW. Das ist immerhin der zweithöchste Zubauwert, den es bislang bei der jährlichen GWEC-Bilanz gegeben hat. „Die Windenergie wächst weiterhin im zweistelligen Bereich, wir können aber nicht erwarten, dass die Windindustrie jedes Jahr eine neue Rekordmarke setzt“, so GWEC-Geschäftsführer Steve Sawyer.

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Deutschland auf Rang drei

In der GWEC-Bilanz hat sich vor allem der rückläufige Windkraftausbau in China bemerkbar gemacht. Waren 2015 noch Windparks mit einer Gesamtleistung von mehr als 30.500 MW errichtet worden, belief sich der Zubau 2016 auf nur 23.328 MW. Der US-Windmarkt mit 8203 MW hatte sich dagegen auf dem Vorjahresniveau von knapp 8600 MW stabilisiert. „Die Windenergie ist nun die Nummer eins unter der erneuerbaren Energien landesweit ist, was auch das Verdienst von mehr 100.000 Beschäftigten in der Windindustrie in allen 50 US-Staaten ist, hofft Tom Kiernan, Geschäftsführer der Amercian Wind Energy Association, auf keine Restriktionen für den weiteren Zubau aus Washington. Deutschland behauptete mit 5443 MW an Land und auf See seinen dritten Platz im weltweiten Ranking. Mit einer Gesamtkapazität von nunmehr 50.018 MW ist Deutschland nach China und den USA nun das dritte Land, das die symbolträchtige 50.000-MW-Grenze beim Windkraftausbau überschritten hat.

Wo mehr und weniger Wind weht

Nach den GWEC-Zahlen hat der Windkraftausbau in Indien mit 3612 MW wieder angezogen und auch Brasilien hat sich mit einem Ausbauplus von 2014 MW in den Top fünf etabliert. Dank der Inbetriebnahme von zwei Offshore-Windparks landete erstmals die Niederlande mit einer Leistung von 887 MW im Kreis der zehn Ländern mit dem größten Windkraftzubau. Auf dem gesamten afrikanischen Kontinent sind nur in Südafrika im vergangenen Jahr neue Windturbinen mit einer Leistung von 418 MW ans Netz gegangen. Bis auf Australien mit einem Plus von 140 MW gab es auch im gesamten asiatisch-pazifischen Raum kaum nennenswerte Zuwächse. Dank der traditionell starken Windmärkte in China, den USA und Deutschland erwartet GWEC-Geschäftsführer Sawyer aber dennoch für dieses Jahr einen starken Ausbau.