Kohlendioxid-Emission stagniert

Obwohl die Wirtschaft wächst, hat der weltweite Ausstoß des Treibhausgases CO2 kaum zugenommen.

Trotz Wirtschaftswachstums ist der weltweite Ausstoß an Kohlendioxid (CO2) aus fossilen Brennstoffen bereits das dritte Jahr in Folge kaum gestiegen. Das könne möglicherweise Zeichen einer Trendwende gegenüber dem Jahrzehnt vor 2013 sein, in dem die Emissionen jährlich um 2,3 Prozent gestiegen waren, so der Forschungsverbund Global Carbon Project (GCP). Laut seinen Berechnungen wird der CO2-Ausstoß von fossilen Energien und der Industrie dieses Jahr etwa bei 36,4 Gigatonnen liegen, nach 36,3 Gigatonnen in 2015 und 36,2 Gigatonnen im Jahr 2014.

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China emittiert weniger

Für dieses Jahr rechnet der Forschungsverbund mit einem um 0,2 Prozent höheren Ausstoß. Dafür, dass die Emissionen in den nächsten Jahren ebenso schnell sinken wie sie zuvor gestiegen sind, müsse die Politik stärkere Anstrengungen unternehmen, heißt es. In Deutschland seien zum Beispiel im Jahr 2015 die Emissionen trotz der Unterstützung für die Erneuerbaren nicht gesunken, sondern um 0,7 Prozent leicht gestiegen. Ähnlich sieht es auf der europäischen Ebene aus. Auch der Ausstoß der EU ist von 2014 auf 2015 um rund 1,4 Prozent gewachsen. Die 28 Staaten stellen gemeinsam noch immer den weltweit drittgrößten Emittenten dar, der für etwa zehn Prozent des globalen CO2-Ausstoßes verantwortlich ist.

Politik muss trotzdem handeln

Die Stabilisierung liege zu einem Großteil dem geringeren Kohleverbrauch in China, dem mit einem Anteil von 29 Prozent weltweit größten Emittenten, so der GCP. „Das ist eine große Hilfe im Kampf gegen den Klimawandel, aber es ist nicht genug“, bekräftigt Corinne Le Quéré, die Direktorin des Tyndall Centre an der University of East Anglia, die die Datenanalyse geleitet hat. Die weltweiten Emissionen müssten nun rasch abnehmen, nicht nur aufhören zu wachsen. Wenn die Klimaverhandler in Marrakesch eine Ausweitung des Emissionsreduktionen in Gang setzen könnten, wäre das ein Startschuss, um den Klimawandel ernsthaft anzugehen“, so Le Quéré.

Die Abschätzung der globalen CO2-Emissionen durch das GCP und ihre Aufteilung auf Atmosphäre, Land und Ozeane ist ein großangelegtes Projekt, das auf einem breiten wissenschaftlichen Fundament fußt. Dafür werden umfangreiche Messwerte und Auswertungen von statistischen Kalkulationen mit der Analyse von Modellergebnisse kombiniert.

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