Sozialbau aus dem 3D-Drucker

Überdimensionale 3D-Drucker fertigen ganze Häuser in Frankreich und den Niederlanden. Bald sollen ganze Sozialsiedlungen entstehen.

Immer mehr Menschen ziehen vom Land in die Stadt. Doch eine bezahlbare Wohnung in Innenstadtnähe fühlt sich für viele an wie ein Sechser im Lotto, denn freie Stadtwohnungen sind oft Mangelware. Die Lösung für die Wohnungsknappheit wären Neubauten, doch auch an qualifizierten Bauarbeitern mangelt es. Außerdem möchte die Bauindustrie ein Stück vom Kuchen abhaben: Die Preise für den Bau neuer Gebäude sind laut statistischem Bundesamt enorm gestiegen. In Form von hohen Mieten werden die Kosten dann auf Neumieter verlagert. Frankreich und Holland testen nun ein Pilotprojekt, das den Bausektor revolutionieren könnte.

Schneller, kostengünstiger und sozialer Wohnungsbau aus dem 3D-Drucker

Das erste Haus aus dem 3D-Drucker entstand im April diesen Jahres im französischen Nantes: Mit der Unterstützung der dortigen Wohnungsbaubehörde und zwei Baufirmen fertigten Forscher an der Universität Nantes in nur 18 Tagen ein 95 Quadratmeter großes Haus mit fünf Zimmern an – gedruckt von einem riesigen 3D-Drucker. Noch diesen Monat soll eine Familie mit sozialem Vorzugsstatus dauerhaft einziehen, eventuell wird eine ganze 3D-Druck-Sozialsiedlung entstehen. Auch in Holland entstehen die ersten Sozialbau-Siedlungen aus dem 3D-Drucker.

3D-Druck-Häuser auch besser für den Klimaschutz?

Beim Druck eines Hauses wird viel weniger Beton verwendet als beim gewöhnlichen Hausbau. Der Drucker druckt eine Mauer aus aushärtendem Bauschaum für innen und außen, der Raum dazwischen wird mit Beton gefüllt. Der Hauptbestandteil von Beton und Zement ist Sand, der durch den internationalen Bauboom zu den immer knapper werdenden Ressourcen zählt. Außerdem wird bei der Herstellung von Zement sehr viel CO2 emittiert. Mit dem 3D-Drucker gefertigte Häuser nutzen also eine Bauweise, die den klimaschädlichen Rohstoff zumindest effizienter einsetzt.