Stromtrassen kommen unter die Erde

Die neuen Stromtrassen Südlink und Südost kommen – allerdings zum großen Teil unterirdisch verlegt. Mit dieser Lösung folgt das Bundeskabinett den Forderungen von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), der sich vehement gegen die Freileitungen wehrte.

Akzeptanz der Bevölkerung soll erhöht werden

Der Beschluss sieht vor, dass dort, wo Menschen wohnen, Freileitungen künftigverboten sind. Für die als Stromautobahnen bezeichneten Übertragungsleitungen werden vorrangig Erdkabel genutzt. Gleichstrom-Freileitungen kommen nur dann ausnahmsweise in Betracht, wenn Naturschutzgründe dafür sprechen oder bereits bestehende Stromtrassen genutzt werden können, ohne dass es zu Umweltauswirkungen kommt.

Erdkabel haben ihren Preis

Erdkabel sind teurer als Freileitungen. Die Netzbetreiber glauben, dass die unterirdische Lösung bis zu achtmal so viel kosten könnte. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) zeigt sich optimistischer. Er erwartet, dass die Erdverkabelung den Preis um etws das dreifache in die Höhe treibt. Zahlen werden das die Verbraucher: Der Bau neuer Leitungen wird über die sogenannten Netzentgelte auf die Stromrechnung aufgeschlagen.

Hintergrund: Das Stromnetz muss dringend ausgebaut werden, damit der Windstrom aus Norden im Süden Deutschlands den Atomstrom ersetzen kann. Vor allem in Bayern gab es heftige Proteste gegen die hohen Masten.