Umweltverschmutzung kostet Menschenleben

Millionen sterben jährlich an schlechten Umweltbedingungen. Jeder kann etwas dagegen unternehmen.

Autofahren ist ein Risiko, doch Atmen kann noch viel gefährlicher sein. Das zeigen die neuesten Zahlen der WHO: Danach gibt es weltweit jährlich über eine Million Verkehrstote, doch zehnmal so viele Menschen gehen auf das Konto der Umweltbelastung, insbesondere der Luftverschmutzung. 12,6 Millionen Menschen fallen jedes Jahr den Folgen von schlechten Umweltbedingungen zum Opfer.

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8,2 Millionen gehen auf nicht-ansteckende chronische Krankheiten wie Krebs, Schlaganfälle, Herzkrankheiten und Atemwegserkrankungen zurück. Die Hauptursache dafür ist laut WHO mit Schadstoffen belastete Luft. Dabei geht es nicht nur um die Verschmutzung durch Abgase von Verkehrsmitteln und Fabriken. Die Autoren berücksichtigen beispielsweise auch Zigarettenqualm oder das Kochen mit Brennstoffen wie Holz, das in Entwicklungsländern oft praktiziert wird.

Ungleiche Risikoverteilung

Die Risikofaktoren und damit auch die Anzahl der Krankheits- und Todesfälle sind sehr ungleich verteilt: Geographisch gesehen leiden die Menschen in Südostasien und in China am meisten an der Umweltbelastung. Auch die Bevölkerung von Neuseeland im Süden und Französisch- Polynesien im Osten ist extrem von der Luftverschmutzung betroffen. In dem gesamten Gebiet wurden 7,8 Millionen Todesfälle registriert.

Außerdem hängen die Risikofaktoren von sozialen Faktoren wie Einkommen, Status, Arbeitsplatz und Bildung und von demographischen Kriterien wie Alter und Geschlecht ab. Kleinkinder unter fünf Jahren gelten als besonders gefährdet: 26 Prozent aller Todesfälle bei Kleinkindern gehen auf schlechte Umweltbedingungen zurück. Das Risiko übertragbarer Krankheiten ist hier besonders hoch, die große Zahl an Todesfällen oft auf mangelnde Hygiene im Haushalt und in Sanitär- und Kanalisationsanlagen zurückzuführen. Eine weitere Risikogruppe sind laut WHO Erwachsene zwischen 50 und 75 Jahren.

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Jeder kann Menschenleben retten

Viele dieser Menschenleben könnten durch umweltverbessernde Maßnahmen gerettet werden. Dabei ist neben einem generellen wirtschaftlichen Umdenken auch jeder Einzelne gefragt, indem er sein Konsumverhalten ändert, Energie spart, den Ausstoß von CO2 strategisch verringert und weniger Müll produziert.