Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Der Strompreis setzt sich aus einer ganzen Reihe unterschiedlicher Kostenpunkte zusammen. Den Löwenanteil kassiert der Staat.

Die Stromversorger haben auf den Strompreis weniger Einfluss, als viele Kunden denken: Er beschränkt sich auf die Kosten für Stromerzeugung oder -einkauf und für den Vertrieb. Alle anderen Preisbestandteile sind vorgegeben.

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Stromerzeugung und Transport

Die Stromproduktion, zu der auch die Vertriebskosten und Serviceleistungen der Energieversorger zählen, macht rund ein Drittel des Strompreises aus. Anbieter, die nicht selbst Strom produzieren, kaufen ihn zu dem Preis, der an der deutschen Strombörse in Leipzig durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird.

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Grafik: Von einem Euro, den Sie 2013 für Strom bezahlen, geht nur die Hälfte an den Energieversorger

Dazu kommt das Entgelt für die Stromnetze, das für Ausbau und Instandhaltung der Stromleitungen an die Netzbetreiber zu zahlen ist. Die Bundesnetzagentur legt die Höhe der Netzgebühren fest. Dieser Bestandteil des Strompreises liegt bei 20 Prozent.

Den Löwenanteil kassiert der Staat

Wie auf alle Waren und Dienstleistungen erhebt der Staat auch auf denStrompreis 19 Prozent Mehrwertsteuer, das entspricht einem Anteil von 16Prozent der Stromkosten für private Haushalte. Zusätzlich kassiert er Stromsteuer (7%), um damit in erster Linie Klimaschutzmaßnahmen zu finanzieren. Dazu kommen die Konzessionsabgabe (6%), die Abgabe nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (0,5%), die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage: 19%) und die Umlage nach § 19 Stromnetzentgeltverordnung (1%).

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strompreis

strompreis staatlicher anteilEnergie-Tipp

Rechnet man Steuern und Abgaben zusammen, beträgt der „Staatsanteil“ am Strompreis schon jetzt tund 50 Prozent. Nach den bereits angekündigten Erhöhungen (EEG-Umlage, Netzausbau, geplante Haftungsumlage für Windparks) wird er ab nächstem Jahr über die Hälfte des Strompreises ausmachen. Das hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ausgerechnet.

Konzessionsabgabe: Die Kommunen erhalten sie als Entgelt dafür, dass die Netzbetreiber öffentliche Straßen nutzen, wenn sie Stromleitungen verlegen und warten. Die Höhe der Konzessionsabgabe hängt von der Einwohnerzahl der jeweiligen Gemeinde ab.

KWK-Abgabe: Sie wird erhoben, um die umweltfreundliche Stromproduktion durch Anlagen zu fördern, die nach dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Prinzip gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen. Zuschüsse für Betreiber solcher Anlagen werden per KWK-Abgabe auf alle Stromkunden umgelegt.

EEG-Umlage: Erneuerbare Energie wird über den Strompreis gefördert. Die Mehrkosten, die durch die Einspeisevergütung für Strom aus regenerativen Quellen entstehen, werden mit der EEG-Abgabe auf die Stromkunden verteilt. Zwar wird die Einspeisevergütung für Ökostrom kontinuierlich gesenkt. Trotzdem stieg wegen des Zubaus an Photovoltaikanlagen insgesamt die Fördersumme. Deshalb haben die Netzbetreiber die Ökostrom-Abgabe 2013 von 3,59 Cent pro kWh auf 5,277 Cent erhöht.

Auch der Finanzminister kassiert hier mit, der auf die EEG-Umlage 19% Mehrwertsteuer aufschlägt. Stromintensive Betriebe müssen die Abgabe nach Regierungsbeschluss nicht zahlen. Für den Verlust der Netzbetreiber müssen ebebnfalls die Verbraucher aufkommen.

§ 19 StromNEV-Umlage: Stromintensive Betriebe sind auch vom Netzentgelt befreit. Die Umlage nach § 19 Abs. 2 Stromnetzentgeltverordnung kompensiert seit 2005 die Mindereinnahmen für die Netzbetreiber. Die Netzbetreiber berechnen die Umlage jedes Jahr neu (aktuell: 1,14 Cent pro kWh) und gleichen die Erlösausfälle aus, indem sie die Stromkunden zur Kasse bitten.