Mehr Mobilität mit dem Rufbus

Forscher des Max-Planck- Instituts haben einen Rufbus entwickelt, der weder Haltestelle noch feste Fahrzeiten braucht.

Stellen Sie sich vor, Sie wollen mit dem nächsten Bus in die Stadt. Aber die Haltestelle liegt weit entfernt oder die nächste Linie fährt erst in einer Stunde. Wie schön wäre es da, einen Bus direkt nach Hause bestellen zu können! Das Rufbus-Projekt „Eco- Bus“ des Max-Planck-Instituts bringt seine Fahrgäste, wohin sie wollen – und holt sie genauso flexibel ab. Ohne Vorbuchungszeit oder feste Fahrpläne. Und das weitaus günstiger als ein Taxi. Gebucht wird per Knopfdruck: In der EcoBus-App gibt der Nutzer ein, wo der Bus ihn abholen und absetzen soll. „Die App benachrichtigt ihn, wann sein Bus ankommt. Der Fahrgast wartet dann einfach vor der Haustür“, erklärt Michael Patscheke, Mobilitätsmanager des „EcoBus“ beim Max-Planck-Institut.

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Pkw, ade!

„EcoBus“ will den Zweitwagen in ländlichen Regionen ersetzen und den öffentlichen Nahverkehr stärken: „Die Kleinbusse sammeln die Fahrgäste zu Hause ein und bringen sie zur nächsten Haltestelle, an der sie besseren Anschluss an das öffentliche Verkehrsnetz haben“, erklärt der Diplomkaufmann. Der Rufbus ist wirtschaftlicher und ökologischer als ein eigenes Auto. Denn er sammelt bis zu acht Fahrgäste ein. Ein eigens für das System entwickelter intelligenter Algorithmus sorgt dafür, dass die Umwege nicht zu lang werden.

Alltagstauglich

Der „EcoBus“ hat zwei Testläufe in ländlichen Regionen erfolgreich beendet: „Die Fahrgäste fanden es schade, als die Pilotphasen vorbei waren und boten sogar an, mehr zu zahlen, damit der Bus weiterhin fährt“, erinnert sich Michael Patscheke. Im Leipziger Norden wird das Projekt seit Oktober 2019 dagegen dauerhaft umgesetzt: Unter dem Namen „Flexa“ bringen Kleinbusse mithilfe des Algorithmus’ des Max-Planck-Instituts Fahrgäste aus den ländlichen Stadtteilen am Rande Leipzigs zur nächsten S-Bahn- oder Straßenbahnstation – „just in time“ vor ihrer Abfahrt. Beim Einsatz von barrierefreien Fahrzeugen könnten sie dabei sogar auf Wunsch einen Rollstuhlplatz buchen. Etwa ein Viertel der Menschen in den drei Stadtteilen, die das Angebot nutzen können, hat die App schon heruntergeladen.

Infos zum aktuellen Stand des Projekts gibt’s hier: www.ecobus.jetzt

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