„Wir tankenSonne!“

Energie-TippUnterwegs

Die Ungerers machen keine halben Sachen: DenAnspruch, ihren Lebensstil nachhaltig zu gestalten,setzen sie konsequent um. Deshalb musste derFamiliendieselvor Kurzem einem Nissan Leaf mitElektroantriebweichen. Rund 30.000 Euro kosteteder Wagen, noch einmal 1.000 Euro investierte dieFamilie für die Installation einer sogenannten Wallboxin der Garage zum Aufladen der Akkus. „Beiöffentlichen Ladestationengibt es noch keine einheitlichenStandards. Nicht alle Systeme sind mitmeinem Elektroauto kompatibel und ich will nichtkilometerweit zur nächsten passenden Lademöglichkeit fahren müssen“, erklärt Simone Ungerer, die denNissan am meisten nutzt. Dazu kommt: „Selbst ander flottesten Schnellladestation dauert der Tankvorgangmindestens eine halbe Stunde – die Zeit habeich nicht immer.“

Deshalb lädt das E-Mobil seine Akkus hauptsächlichan der Privattankstelle in der heimischen Garage mitÖkostrom. Fünf bis sechs Stunden dauert der Ladevorgang.Der Strom dafür kommt aus dem öffentlichenNetz und wird über den Stromanbieter abgerechnet,bei dem Familie Ungerer einen speziellenTarif abgeschlossen hat. Die Wallbox wird nur dannaktiv, wenn der Strom billig ist. „Einmal Volltankenkostet uns rund sechs Euro“, rechnet Marcus Ungerervor. Mit einer Akkufüllung kommt der Elektrowagenetwa 200 Kilometerweit.

Sicheres Laden mit der Wallbox

Energie-TippAufladen

Theoretisch könnten die Ungerers ihr Auto auch aneiner normalen Haushaltssteckdose laden. Das würdeallerdings bis zu zwölf Stunden dauern. Bei älterenElektroleitungen besteht zudem die Gefahreines Kabelbrands, da diese nicht für hohe Lastdurch längeres Laden ausgelegt sind. Mit einer eigenenSchnellladestation zu Hause wäre das Elektroautoin nicht einmal einer Stunde aufgeladen. Dochso ein Ladeturbo kostet um die 15.000 Euro – viel zuteuer für Familie Ungerer. Und auch nicht unbedingtnötig: „Das Auto lädt über Nacht, da spielt es keineso große Rolle, wie lang der Ladevorgang dauert“,findet Simone Ungerer.

Elektrisch mobil mit Sonnenstrom

Energie-TippMarcus
Ungerer
probiert’s

Die Familie ist von ihrer privaten Energiewende soüberzeugt, dass sie neue Pläne schmiedet. „Am umweltschonendstenfährt ein Elektroauto mit Ökostrom,der vor Ort erzeugt wird“, weiß MarcusUngerer. „Demnächst wollen wir unsere Fotovoltaikanlageauf dem Dach erweitern und einen Stromspeicheranschaffen. Damit können wir unser Auto zumindestteilweise mit selbst erzeugtem Strom aufladen.“Um die Energie aus dem Stromspeicher nutzen zukönnen, ist eine spezielle Ladebox nötig, die mit rund2.000 Euro zwar teurer als eine normale Wallbox ist.Aber dafür sparen die Ungerers künftig Stromkosten– die Energie der Sonne gibt es kostenlos.

So laden Mieter ihr E-Auto

Man muss nicht unbedingt Hausbesitzer sein,um ein Elektroauto an der heimischen Stromtankstelleaufzuladen zu können. Auch Mieterkönnen sich eine Wallbox einrichten lassen.Vorausgesetzt, sie verfügen über einen Garagenstellplatzund haben einen guten Draht zuihrem Vermieter. Eine Wallbox am Parkplatzbenötigt einen Stromanschluss mit eigenemZähler. Die Installation muss der Vermietergenehmigen, Eigentümergemeinschaften müssendiese einstimmig befürworten. Doch daskönnte sich ändern: BundesumweltministerinBarbara Hendricks will das Errichten von Ladestationenin Mehrfamilienhäusern erleichtern.Vielleicht gehört eine Lade-Wallbox in der Tiefgarageschon bald zur Standardausstattung vonNeubauten.

Vorteile für E-Fahrer

Das Elektromobilitätsgesetzist beschlosseneSache. Hier erfahren Sie, welchePrivilegien Fahrer vonElektroautos genießen