Sonnenschutz? Olé!

30 Grad, ein kleines Städtchen in Spanien: die Türen verschlossen, die Rollläden runtergelassen, die Straßen leergefegt. Was so manchen Touristen verwundert, ist Hitzeschutz vom Feinsten. Das können Sie auch!

Lüften, aber richtig

„Ist das warm hier, ich lass das Fenster besser auf“, sagen sich viele Nordeuropäer im Hochsommer. Ein klassischer Denkfehler: Indem sie die Fenster tagsüber öffnen, gelangt die warme Luft erst in die Wohnräume. Machen Sie es wie die Spanier: Schließen Sie tagsüber Türen und Fenster und lüften Sie, wenn es draußen kälter ist als drinnen – morgens, abends oder nachts.  Klappen Sie mehrere Fenster weit auf. So sorgen Sie für Durchzug. Wenn Sie Etagen haben, nutzen Sie den „Kamineffekt“: Öffnen Sie die Fenster unten und oben, sodass die warme Luft aus dem Dachfenster entweicht.

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Sonne aussperren

Den größten Effekt erzielen Sie, wenn Sie den Sonnenschutz draußen anbringen: eine Markise, ein Rollo, ein Sonnensegel oder einen Raffstore. Letzterer hat den Vorteil, dass Sie durch die Lamellen trotzdem noch rausschauen können. Alle vier Varianten können auch nachträglich angebracht werden.

Sie brauchen eine spontane Lösung? Hängen Sie von außen ein weißes Tuch vor das Fenster. Es fängt die Sonnenstrahlen bereits im Freien ab. Auch Vorhänge, vor allem mit einer hellen, reflektierenden Oberfläche, schützen vor der Sonne. Sie haben aber erschwerte Bedingungen: Wenn die Sonnenstrahlung auf den Vorhang trifft, ist sie bereits in die Wohnung eingedrungen. Je nach Stoff dienen Vorhänge daher hauptsächlich als Licht- und Sichtschutz. Zuziehen lohnt sich trotzdem: An heißen Tagen zählt jedes Grad weniger.

Stecker ziehen

Neben der Sonne geben auch elektronische Geräte Wärme ab, zum Beispiel Fernseher und Computer. Statt sie auf Stand-by zu stellen, nehmen Sie sie am besten komplett vom Netz. Idealerweise mit einer schaltbaren Steckdosenleiste. Mit nur einem Knopfdruck reduzieren Sie damit Ihre Wärmequellen und sparen auch noch Strom. Kühlschränke heizen die Umgebung besonders auf: Nutzen Sie den Sommer, um den Zweitkühlschrank abzutauen – und schalten Sie ihn erst wieder an, wenn die Hitzewelle vorüber ist. Auch Heizungsrohre geben zum Teil noch Wärme ab. Um dies zu verhindern, stellen Sie Ihre Heizung auf Sommerbetrieb.

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Pflanzen ins Haus holen

Grün, grün, grün sind alle Ihre Räume. Damit meinen wir nicht Ihre Wandfarbe, sondern Ihre Zimmerpflanzen! Sie filtern Schadstoffe aus der Luft, verbessern das Raumklima und sehen dabei auch noch gut aus. Das Zauberwort heißt Photosynthese: Die Pflanzen wandeln Kohlenstoff in Sauerstoff um. Zudem befeuchten sie die Luft, indem sie einen Großteil des Gießwassers wieder an ihre Umgebung abgeben. Im Sommer sorgen Ficus Benjamin und Co. so für Kühle, im Winter helfen sie gegen trockene Nasenschleimhäute. Besonders gut als natürliche Klimaanlage eignen sich Pflanzen mit großen oder zahlreichen Blättern.

Cool bleiben

Das Bett ruft, doch die Wärme steht im Raum? Duschen Sie vorm Schlafengehen. So entfernen Sie den Schweiß und Schmutz des Tages und Ihre Haut kann wieder besser atmen. Auch wenn eine kalte Dusche verlockend scheint, stellen Sie das Wasser dabei auf lauwarm. Kälte verengt die Blutgefäße und führt dazu, dass der Körper die gespeicherte Wärme schlechter abgeben kann.

Ziehen Sie sich danach Schlafsachen aus natürlichen Materialien an: Seide oder Leinen saugen den Schweiß auf. Erinnern Sie sich an Ihre Hotelbesuche in Italien oder Spanien und tauschen Sie Ihre Bettdecke gegen ein dünnes Baumwolllaken aus – und träumen Sie vom nächsten Urlaub.


Dämm it!

Sie haben alle Tipps umgesetzt, doch Ihre Wohnräume heizen sich immer noch auf? Dann lohnt es sich, über eine energetische Sanierung nachzudenken. Im Sommer hält eine Wärmedämmung die Hitze draußen, im Winter minimiert sie den Wärmeverlust. Achten Sie auf den U-Wert des Baumaterials. Dieser gibt Auskunft darüber, wie wärmedurchlässig es ist. Auch der sogenannte Gesamtenergiedurchlassgrad der Fenster wirkt sich auf die Raumtemperatur aus. Bei beiden Werten gilt: Je niedriger, desto besser schützt das Material vor Hitze.

Was Sie beim Bauen und Modernisieren noch beachten sollten, erklärt die Verbraucherzentrale.