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Energiesparen – da geht noch was!

Energie wird immer teurer. Da hilft nur Sparen. Aber klappt das auch im Alltag? Alexander hat die gängigen Energiespartipps zu Hause ausprobiert – mit erstaunlichem Ergebnis.

Jeder sucht momentan nach Wegen, Energie zu sparen. Ich habe meine Drei-Zimmer-Wohnung schon vor einigen Jahren mit LED-Lampen ausgestattet und die Dichtungen der Zimmertüren erneuert. Außerdem ziehe ich nachts die Rollläden runter, um die Wärme in den Räumen zu halten und spare Wasser beim Zähneputzen oder Händewaschen. Da sollte meine Energiebilanz doch ganz gut sein, oder?

Das möchte ich genauer wissen und mache den Vergleich: Zwei Wochen lang messe ich meinen Energieverbrauch ganz genau. In der ersten Woche verhalte ich mich wie sonst auch, in der zweiten spare ich Energie, wo es nur geht. Ein großes Thema ist natürlich das Warmwasser: Immerhin macht es im Schnitt 15 Prozent des Energieverbrauchs in Haushalten aus.  Ich prüfe zunächst alle Perlatoren, also die kleinen Siebeinsätze, die am Ablauf der Wasserhähne sitzen. Sie begrenzen den Wasserdurchfluss – allerdings unterschiedlich stark. Denn nicht jeder Wasserhahn ist bereits mit einem besonders wassersparenden Modell ausgerüstet. Da geht noch was!

Dass anschließend weniger Wasser durch den Hahn fließt, fällt nicht auf. Der Wasserstrahl wird mit Luft vermengt und sieht optisch genauso üppig aus wie vorher – dabei rauschen statt elf Litern nur noch knapp vier Liter pro Minute in den Abfluss.

Als Nächstes ist meine Dusche dran: Sie bekommt neben einem neuen Duschkopf auch einen Einsatz im Schlauch, um die Durchlaufmenge zu begrenzen. Außerdem möchte ich statt 8 bis 10 nur noch 5 Minuten duschen und die Temperatur etwas verringern – kalt duschen kommt für mich aber nicht infrage. Hier erlebe ich die erste Enttäuschung: Ohne richtigen Druck tröpfelt das wenige Wasser eher wie ein leichter Sommerschauer auf mich herab. Immerhin: Der Verbrauch sinkt von zwölf Litern auf circa fünf Liter pro Minute. Ich nehme mir trotzdem vor, nach einem anderen Sparduschkopf zu schauen, der den Komfort nicht einschränkt.

Beim Wäschetrocknen wirds eng

Auch beim Stromverbrauch gibt es noch Potenzial. Den Geschirrspüler lasse ich im Eco-Modus laufen. Die Waschmaschine stelle ich erst an, wenn die Trommel randvoll ist, 30 bis 60 Grad müssen reichen. Da ich keinen Wäscheraum habe, hänge ich die Wäsche zum Trocknen im Wohnzimmer auf. Damit aber die Feuchtigkeit abzieht, muss ich regelmäßig lüften, wobei die Wohnung herunterkühlt und dann wieder beheizt werden muss. Energiesparend ist das nicht, aber der Wohnsituation geschuldet.

Deckel drauf – und gut ists!

In der Küche prüfe ich die Temperatur des Kühlschranks: Weniger als sechs Grad müssen nicht sein. Das Gefrierfach ist nicht vereist – perfekt. Beim Kochen verwende ich nur noch Töpfe mit Deckeln, die zur Größe der Herdplatte passen. Der Ofen läuft ab sofort immer auf Umluft und wird nicht mehr vorgeheizt. Und das restliche Wasser im Glas vom Abendessen? Anstatt es in die Spüle zu kippen, gieße ich damit die Zimmerpflanzen. Läuft doch! Langsam macht mir das Energiesparen Spaß.

Dann wird es doch noch ungemütlich. Sparen beim Entertainment – geht das, ohne sich einzuschränken? Filme und Serien mit externer Stereoanlage auf dem Fernseher anschauen, Videospiele auf der Konsole zocken, das verbraucht halt viel Strom. Alles, was an der Steckerleiste hinter dem niedrigen Fernsehtisch angeschlossen ist, nutze ich regelmäßig. Auch beim PC und dem Zubehör sehe ich keinen Spielraum. Der Monitor ist bereits mit einer niedrigen Helligkeit eingestellt und der PC steht so, dass er gut belüftet wird und sich nicht unnötig aufheizt. Aber dann fällt mir ein, dass ich zumindest über Nacht einige Steckerleisten mithilfe einer Zeitschaltuhr-Steckdose abschalten kann. So läuft zum Beispiel der Internet-Router nicht mehr durch. Wenn ich morgens aufwache, ist er trotzdem schon wieder eingeschaltet und meine Geräte sind eingeloggt. Energiesparen ohne Verzicht – das gefällt mir.

Fazit am Ende der Woche beim Blick auf den Strom- und den Wasserzähler: Die Maßnahmen wirken. Gegenüber der Vorwoche habe ich 3,5 Kilowattstunden Strom, 4,6 Liter Warmwasser und 8,4 Liter Kaltwasser gespart. Das klingt erst mal nicht nach viel – bringt aber aufs Jahr gerechnet eine Ersparnis von fast 80 Euro und entlastet die Umwelt. Viele Tipps werde ich daher auch künftig berücksichtigen. Irgendwie hat mich das Thema Energiesparen gepackt. Und einen besseren Sparduschkopf habe ich inzwischen auch gefunden: Warm soll es unter der Dusche ja schon bleiben.

Stromdiebe jagen

Kommen Sie Stromfressern im Haushalt auf die Schliche: Leihen Sie sich bei Ihrem Energieversorger oder in einer Beratungsstelle der Verbraucherzentrale kostenlos ein Strommessgerät. Stecken Sie es zwischen Steckdose und Haushaltsgerät: Schon erscheint auf dem Display der Stromverbrauch von Kühlschrank oder Kaffeemaschine.


Diese und weitere Energie­spartipps stellt die Bundesregierung in ihrer Energiespar-Kampagne vor: www.energiewechsel.de