Stromzähler mit Köpfchen

Neue, smarte Messgeräte erfassen den Stromverbrauch digital. Das eröffnet Möglichkeiten, Strom (und Gas oder Wasser) viel exakter zu messen. Der Smart Meter kann die Zählerstände außerdem elektronisch an den Energieversorger übermitteln, ohne dass eine aufwändige Ablesung des Zählerstands nötig ist. Auch die jährliche Kostenrückrechnung entfällt, genauso wie monatliche Abschlagszahlungen. Der Verbrauch errechnet sich ohne Schätzung exakt, etwa im Viertelstundentakt. Aber das Smart-Meter-System kann noch viel mehr.

Energie-Tipp

Was nützt Ihnen der Smart Meter?

Intelligente Strommessgeräte gestalten den Austausch zwischen Energieversorger und Verbraucher flexibel und bringen eine neue Dynamik in das Verhältnis zwischen Anbieter und Abnehmer. Außer der genauen Verbrauchserfassung halten die intelligenten Zähler weitere Vorteile für den Verbraucher bereit. Einige Beispiele:

  • Stromfresser eliminieren: Viele Inhaber eines neuen Smart Meter sind überrascht, wie viele Geräte mit unerwartet hohem Stromverbrauch sich in ihrem Haushalt befinden. Diese können sie identifizieren und beseitigen. Auch ein relativ hoher Stromverbrauch während der Nacht, etwa durch Stand-By-Geräte, macht der neue Zähler sichtbar.
  • Optimierung des Energieverbrauchs: Die Auswertungen der Smart Meter-Daten stellen das Nutzverhalten des Verbrauchers dar. Dieses Verhalten war ihm vorher meist nicht bewusst. Nun kann er gezielt steuern, wann er welche Mengen an Strom abnimmt.
  • Maßgeschneiderte Tarife: Hat der Verbraucher erst analysiert, wie die Stoß- und Nebenzeiten in seinem Abnahmeverhalten verteilt sind, kann er den für ihn am besten passenden Stromtarif wählen, gemessen an seinem Bedarf.
  • Automatische Schaltung von Geräten: Smart Meter können “Weiße Ware“ wie Waschmaschinen oder Mixer intelligent steuern. Sie nehmen somit nur dann Strom ab, wenn er besonders günstig zu haben ist.

Auch den Versorgern nutzt das neue, genauere Messsystem:

  • Präzisere Verbrauchsprognosen: Um zu wissen, wann wie viel Strom benötigt wird und ob sie Reservekraftwerke anfahren müssen, können die Versorger Nutzungsprofile aus den Smart-Meter-Daten heranziehen. Stromerzeugung und –verbrauch lassen sich somit verlässlich aufeinander abstimmen.
  • Genauere Tarifänderungen: Tarifänderungen lassen sich stichtags- oder stundengenau durchführen.
  • Steigerung der Effizienz: Der Prozess von der Ablesung bis zur Abrechnung läuft um ein Vielfaches effizienter. Gerade einmal 20 Minuten wurde in Modellprojekten für die Ablesung aller Smart Meter gebraucht.

Energie-Tipp

Smart Meter: ab 2020 in ganz Europa

Mit Kosten von mindestens 100, maximal 250 Euro gestaltet sich die Installation des Smart Meter recht teuer. Auf der anderen Seite macht das Messgerät durch die zu erwartenden Kosteneinsparungen die Anschaffungskosten recht schnell wett.

Bis zum Jahr 2020 will die EU-Kommission 80 Prozent der europäischen Haushalte mit einem solchen intelligenten Messgerät ausgestattet sehen. Eine generelle Pflicht zur Umrüstung besteht aktuell noch nicht.

Bei Neubauten Pflicht

In bestimmten Fällen sind die Messstellenbetreiber jedoch verpflichtet, Smart Meter statt der alten Drehscheibenzähler zu installieren. Dies regelt in Deutschland das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG). Verbraucht ein Haushalt mehr als 6000 Kilowattstunden pro Jahr oder findet eine Totalrenovierung der Wohnung statt, ist ein Smart Meter Plicht. Auch bei Neubauten gilt das.

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Wie stehts um die Datensicherheit?

Auch das Smart Metering hat seine Schattenseiten: Wie so oft, wenn große Mengen Daten angesammelt werden, kann niemand garantieren, dass diese Daten nicht in falsche Hände geraten.

Durch die vom Messgerät gesammelten Nutzungsprofile lassen sich viele Gewohnheiten der Verbraucher ablesen. Angefangen mit der Frage, ob jemand gerade zu Hause ist (dann wird eine gewisse Menge Strom abgenommen), über die Information, wann der Abnehmer gewöhnlich duscht bis dahin, welches Fernsehprogramm er am Vorabend gesehen hat. Je nachdem, welche Sendung läuft, wird nämlich durch die wechselnden Helligkeiten des Bildschirms unterschiedlich viel Strom verbraucht.

Dreifach sicher – reicht das?

Schnell war auch beim Smart Meter wieder die Rede vom gläsernen Kunden, dessen Verhalten durch die moderne Technik ständige Überwachung erfährt. Gegen Hacker-Angriffe sei man dreifach geschützt, halten die Hersteller dagegen: Die Daten werden verschlüsselt übermittelt, sie sind an ein Sicherheitszertifikat gebunden und die Übertragung erfolgt im eigenen Netz.

Ob diese Versicherungen und der Smart Meter generell vertrauenswürdig sind, unterliegt der Einschätzung der Verbraucher. Früher oder später wird sich jeder mit dem Thema auseinander setzen müssen: bis 2032 sollen alle deutschen Haushalte mit einem Smart Meter ausgerüstet sein.