Weniger Energie an kalten Tagen verbrauchen

Winterzeit heißt auch: Licht einschalten, Heizung anmachen und Warmwasser aufdrehen. Da steigt der Energieverbrauch, oder?

Für den eigenen Haushalt bedeutet die Winterzeit vor allem: Früh die Lichter einschalten, in allen Räumen viel heizen, öfter mal ein warmes Bad nehmen und gemütliche Abende vor dem Fernseher auf der kuscheligen Couch verbringen. Damit gehen zwangsweise aber auch ein hoher Energieverbrauch und eine längere Stromrechnung einher. Mit einigen cleveren und simplen Maßnahmen lässt sich der Energieverbrauch an kalten Tagen und vor allem jener für Heizung und Warmwasser deutlich senken.

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Nicht zu viel heizen

Den mit Abstand größten Anteil am Energieverbrauch in deutschen Haushalten haben die Heizung und die Aufbereitung von warmem Wasser für die Dusche oder das Kochen inne. Vor allem beim Heizen besteht ein enormes Einsparpotenzial. Daher haben wir hierzu einige Tipps parat. Der erste Tipp ist vermutlich auch schon der Wichtigste – er kostet nichts und bringt einfaches und schnelles Energie- und Geldsparen. Es gilt: Heizen Sie nicht zu stark, sondern effizient! Warum ist das wichtig, was bringt es genau und wie soll das funktionieren?

  • Jedes Grad, das weniger geheizt wird, spart eine Menge Energie. Um genau zu sein: Ein Grad geringere Raumtemperatur bringt eine Heizkostenersparnis von bis zu 6 Prozent. Wer sich von wohligen 23 Grad auf immer noch angenehme 18 Grad umstellt, spart also bis zu 30 Prozent an Heizenergie. Außerdem sinkt dadurch die Luftfeuchtigkeit im Raum stark ab, wodurch die Atemwege, Binde- und Schleimhäute und die Haut weniger belastet werden. Denn Heizungsluft trocknet diese aus, was mitunter zu häufigeren Krankheiten und Infekten führt. Zwischen 18 und 20 Grad liegt übrigens die optimale Raumtemperatur im Winter. Unter 16 Grad sollte die Temperatur nicht fallen, da sonst Schimmelgefahr besteht.
  • Jeder Raum ist, bei einer optimalen Heizstrategie, außerdem mit einer eigenen Regelung versehen. So lässt sich die Heiztemperatur je nach Bedarf in den einzelnen Zimmern anpassen, da nicht in jedem Zimmer gleich viel Wärme benötigt wird. Im Vorraum und im Schlafzimmer (solange eine dicke Decke vorhanden ist) reichen knapp 16-18 Grad. Für Küche und Wohnzimmer sollten 20 Grad ausreichen, im Bad sind 23 Grad angenehm, da man sich hier zwischenzeitlich am längsten ohne Kleidung aufhält.
  • Ein weiterer Tipp: Tragen Sie im Winter zu Hause nicht T-Shirt oder Shorts. Passen Sie sich der Außentemperatur an und greifen Sie besser zu Pulli und langer Hose. Das mag so simpel klingen – viele Menschen beherzigen diesen Tipp dennoch nicht. Wer sich ungern so dickt eingepackt zu Hause aufhält und es lieber leicht bekleidet mag, der kann auch auf mehrere Schichten im Zweibellook übereinander zurückgreifen. Auch eine Dicke Decke hält warm: Einfach beim Lesen, Filme schauen oder auch während der Arbeit am PC über die Beine werfen.

Auf dem neusten Stand sein

Wie es oft mit alten Geräten und alter Technik so ist: Sie verbrauchen mehr Energie als neuere Geräte. Das trifft vor allem auch auf Heizungspumpen zu. Wir haben in einem kurzen Beitrag schon einmal darauf hingewiesen: Wer seine alte Umwälzpumpe durch eine Hocheffizienzpumpe neuester Bauart ersetzt, kommt schon nach drei bis fünf Jahren auf seine Kosten. Warum sich das lohnen kann? Alte Geräte pumpen pro Heizperiode teilweise bis zu 6000 Stunden warmes Wasser in die Heizkörper – und das bei ständig gleich hoher Leistung, selbst wenn diese gar nicht benötigt wird. Der Vorteil moderner Pumpen ist, dass diese den Bedarf der Eigentümer erkennen und ihn so regulieren können. Außerdem ist die Anschaffung einer neuen Heizungspumpe gar nicht so teuer. Günstige Modelle mit Qualität sind schon ab etwa 350 Euro aufwärts erhältlich.

Manchmal lohnt sich allerdings nur der Austausch der gesamten Heizungsanlage. Dann kann es teuer werden: Eine Gasbrennwertheizung in Kombination mit der erwähnten Wärmepumpe oder mit Solarthermie liegt schon mal bei mehreren Tausend Euro. Eine neue Heizungsanlage ist daher für die meisten Menschen keine spontane Investition. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, sie monatlich abzubezahlen. Das kann angesichts des Einsparpotenzials und anderer Vorteile auf Dauer für viele eine Überlegung Wert sein. Brenner, Feuerungsraum, Abluftführung und die Regelung werden ständig verbessert. Durch diese technischen Neuerungen lässt sich Energie und bares Geld sparen – und der CO2-Ausstoß senken. Das tut nicht nur dem Geldbeutel, sondern auch der Umwelt gut.

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Dank der Modernisierung einer Heizungsanlage erhöht sich auch der Komfort. Regelalgorithmen und Zusatzfunktionen an der Heizung sorgen für die richtige Wärme im richtigen Zimmer zur richtigen Zeit. Und letztlich kann der Wechsel des Energieträgers sogar zur Nutzungserhöhung beitragen, wenn etwa aus einem alten Öllagerraum ein neuer Raum entsteht, indem sich ein kleines Sportstudio oder ein anderer Hobbyraum eingerichtet wird.

Zu einer Modernisierung zum Wohle des Energieverbrauchs gehören auch abgedichtete Fenster und Türen. Wer in einer neuen Wohnung, bzw. einem neuen Haus wohnt, muss sich darüber in der Regel keine Gedanken machen. Durch ältere Fenster und Türen allerdings pfeift schon einmal gerne der Wind, wodurch viel Wärme und somit eben auch Energie verloren geht. Schnelle Abhilfe verschaffen ganz einfach Schaumstoffstreifen oder Klebebänder. Bei der regelmäßigen Kontrolle sollten Sie auf kleine poröse Stellen an Dichtungen achten. Denn schon durch kleinste Spalten kann Wärme entweichen.

Die Räume und Heizkörper (ent)lüften

Gelüftet werden sollten im Winter nicht nur die Räume, sondern auch die Heizkörper. Beim Lüften einzelner Zimmer ist darauf zu achten, dass Fenster nicht gekippt, sondern für knapp drei Minuten und bei offenstehenden Türen ganz geöffnet werden. Mittels des Stoßlüftens sorgt man für einen Luftaustausch der gesamten Wohnfläche und verbraucht am wenigsten Energie, um die Räume wieder zu erhitzen.

Die Heizung muss außerdem regelmäßig und am besten zum Winteranfang entlüftet werden. Denn in Heizungen staut sich mit der Zeit eine Menge Luft an, die ein effizientes Heizen verhindert und für unangenehme Geräusche in der Heizung sorgt. Wie das mit dem Heizung entlüften genau und Schritt für Schritt funktioniert, lässt sich in zahlreichen genauen Anleitungen im Netz nachlesen.

Es werde Licht – aber bitte maßvoll

Es ist verständlich, dass wir uns in der kalten und dunklen Jahreszeit nicht nur nach Wärme, sondern auch nach Licht sehnen. Licht erhellt nicht nur unsere Räume sondern auch unser Gemüt. Außerdem wird es im Winter bereits ab 16 Uhr dunkel – und wir greifen zum Lichtschalter.

Das Bedürfnis nach Helligkeit kann aber, genau wie das nach Wärme, ebenfalls mit gemäßigtem Energieverbrauch in Einklang gebracht werden. Zum Lesen auf der Couch etwa genügt oft eine kleine und einfache Steh- oder Tischlampe. Die großen Deckenlichter müssen dafür nicht unbedingt angelassen werden. Wer auf LED-Lampen wechselt, reduziert den Stromverbrauch ebenfalls noch einmal deutlich – und das im Winter, genauso wie im kommenden Frühling, Sommer und Herbst. Hier finden Sie weitere Tipps, wie Sie Ihr Zuhause richtig beleuchten.

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Wer richtig heizt, spart eine Menge Energie und bares Geld. Wichtig dabei: die richtige Temperatur im jeweilgen Zimmer und regelmäßiges Lüften. Foto: trurnit GmbH.

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Eine neue Heizungspumpe ist schnell eingebaut und kostet nicht allzu viel Geld – Eine Investition, die sich bald auszahlt. Foto: fotolia/rupbilder

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Die Heizung zu entlüften ist kein Hexenwerk. Die regelmäßige Entlüftung ist wichtig für ein effizientes Heizen. Foto: fotolia/M.Dörr & M.Frommherz