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Freizeitspaß an einem Sommertag in der Natur.

Kleinwindkraftanlagen

Windrad im Garten

Ein kleines Windrad im Garten, das Strom für das eigene Haus produziert: Das funktioniert, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Denn was bei Nomaden in den windigen Steppenlandschaften Asiens gut funktioniert – ein Mini-Windrad mit 100 bis 200 Watt Leistung deckt den geringen Stromverbrauch in einer Jurte –, ist für Eigenheimbesitzer in Europa nur bedingt praktikabel. Ein laues Lüftchen genügt nicht, um die kleine Windenergieanlage zum Produzieren von Strom zu bewegen.

Kleinwindenergieanlagen: Nur bei hohen Windstärken sinnvoll -  Westend61/F1online

Nur wenige Modelle starten schon bei Windgeschwindigkeiten von 2 Metern pro Sekunde (m/s), die meisten brauchen viel mehr. Die Winde in Deutschland reichen deshalb nicht aus, um den Energiebedarf eines voll ausgestatteten Hauses zu decken - Gebäude in windigen Küsten- und Bergregionen ausgenommen. Dazu kommt: Dem schwankenden Stromertrag steht eine Investition von rund 3000 Euro pro Kilowatt gegenüber. Das ist deutlich mehr als bei einer Photovoltaikanlage.

Wohin mit dem Windrad?

Der Energieertrag hängt nicht nur von der Windstärke, sondern auch von der Position ab. Auf dem Hausdach ist der Ertrag geringer als bei der Montage auf einem Mast. Außerdem kann es zu störenden Schwingungen und Laufgeräuschen kommen. Experten empfehlen daher einen Mast mit großer Distanz zum Gebäude. Für kleine Gärten kommt so ein Windrad also nicht in Frage.

Die angegebene Nennleistung von Windrädern bezieht sich häufig auf eine Windgeschwindigkeit von 12 m/s. Das ist eine sehr lebhafte Brise, was bedeutet: Die Nennleistung wird selten erreicht. Je höher die Anlage, desto mehr Wind fängt sie ein. Dafür ist es umso komplizierter, für den Bau eine Erlaubnis der Behörden zu erhalten. In einigen Bundesländern dürfen Kleinwindanlagen unter zehn Metern Höhe ohne Baugenehmigung aufgestellt werden. Eine einheitliche Regelung gibt es in Deutschland jedoch nicht.

Windenergie für die Inselanlage

Verfügt die Kleinwindkraftanlage über einen Wechselrichter, kann der Betreiber Strom über einen festen Anschluss ins Hausnetz einsepeisen. Die Energie ins öffentliche Stromnetz zu leiten, lohnt sich kaum: Die Vergütung ist mit neun Cent pro Kilowattstunde viel geringer als die für Solarstrom.

Ob als einzige Energiequelle oder als Ergänzung zu einer Solaranlage: Besonders sinnvoll ist der Einsatz von Kleinwindrädern überall da, wo kein öffentliches Stromnetz existiert. Also für die umweltfreundliche Stromversorgung von abgelegenen Ferienhäusern, Berghütten, Segelschiffen oder Wohnmobilen. Für stationäre Anlagen, im Ferienhaus oder im Schrebergarten, sollte das Windrad mit einer Solaranlage kombiniert werden. Tagsüber produzieren bei schönem, windstillem Wetter die Solarmodule Strom, nachts und bei Wind das Windrad.

Windkraft „to go“

Windkraftanlage auf Segelbooten, Wohnmobilen und Ferienhäusern -  iStockphoto / Thinkstock

Mobile Windräder können Sie beliebig auf- und abbauen. Das erfordert, je nach Modell und Gewicht, mehr oder weniger Geschick und Kraft. Es gibt sehr kleine Modelle (120 Zentimeter hoch, 6-flügeliger Rotor, 90 Zentimeter Durchmesser), die sich besonders für Segelboote eignen. Auch die kommerzielle Schifffahrt hat die mobile Windkraft für sich entdeckt: Die schwedische Fährreederei Stena Line setzt auf einer ihrer Fähren eine Windkraftanlage ein. Auf Überfahrten zwischen Göteborg und Frederikshavn produziert das Windrad 23.000 Kilowatt Strom, beleuchtet mit dieser Energie das Autodeck und spart Treibstoff.

Auch Wohnmobil-Fans können die Windkraft nutzen: Die nur sechs Kilo schwere Windturbine „Leewise 1000“ der Firma „Windependence“ bringt bei Wind von 13 m/s 350 Watt Leistung. Sie lässt sich kompakt in einer Tragetasche verstauen, wenn die Flügel abmontiert sind, und ist in wenigen Minuten aufgebaut. Wer gerne in der Wildnis campt, aber nicht auf Laptop und Beleuchtung verzichten möchte, für den ist das Mini-Kraftwerk für unterwegs höchst hilfreich.


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