Solarthermie: einfach umrüsten

Mit der Umstellung auf eine Sonnenheizung schonen Sie nicht nur die Umwelt und sparen Heizkosten, sie steigern auch den Verkaufswert Ihres Hauses. Durch Solarthermie geht der sogenannte Primärenergiebedarf zurück – damit verbessert sich die gesamte Energiebilanz des Hauses. Dieser Vorteil wird im Energieausweis dokumentiert, der mittlerweile beim Verkauf von Immobilien vorgeschrieben ist.

Eine Solarwärme-Heizung besteht aus drei Elementen: Kollektoren, die die Sonnenstrahlen in Wärme umwandeln, einem Wärmespeicher und einer Nachheizung für den Fall, dass zusätzliche Wärme benötigt wird. Sonnenheizungen sind sehr langlebig und können selbst nach über 30 Jahren noch Wärme produzieren. Die Preise für eine Solarwärme-Heizung liegen im klassischen Eigenheim bei etwa 8.000 bis 10.000 Euro. Dazu kommen die Kosten für die Nachheizung.

Mit dem Heizungstausch sollten Sie besser nicht bis zum Winter warten. Denn wenn die kühlen Tage kommen, ist es oft schwer, einen Installateur zu finden, der rechtzeitig die neue Heizung einbaut. Und so funktionierts:

1. Heizung checken

Wenn die Heizung schon 20 Jahre oder länger in Betrieb ist, sollten Sie über eine Neuanschaffung nachdenken. Alte Brenner verheizen das Geld im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn in den vergangenen Jahren das Haus gedämmt oder die Fenster ausgetauscht wurden, sollte ebenfalls über eine neue Heizung nachgedacht werden. Grund: Mit dem geringeren Wärmebedarf ist die alte Heizung häufig zu groß dimensioniert und läuft somit ineffizient.

2. Voraussetzungen prüfen

Für Solarthermie wird eine geeignete Fläche auf dem Dach oder an der Fassade benötigt, um die Solarkollektoren anzubringen. Optimal ist eine geneigte und möglichst zusammenhängende, unverschattete Dachfläche, die nach Süden weist. Dächer mit geringer Abweichung nach Osten oder Westen kommen ebenfalls infrage. Auch auf Flachdächern lassen sich Solarthermie-Kollektoren mit speziellen Montagesystemen sehr gut installieren. Tipp: Eine Dachsanierung ist der richtige Zeitpunkt für den Einstieg ins solare Heizen. Ausreichend Platz braucht außerdem der Wärmespeicher, der zumeist im Keller installiert wird.

3. Fachbetrieb für Solarthermie suchen

Für den Umstieg auf Solarwärme sollte ein Fachbetrieb beauftragt werden. Nur ein Solartechniker kann die Solarheizung optimal planen, fachgerecht installieren und bestmöglich abstimmen. Fachbetriebe lassen sich zum Beispiel über spezielle Internetseiten finden (z.B. bei einer Initiative des BSW Solar) oder über die örtliche Handwerkskammer. Einige Kammern bieten auf ihrer Homepage ebenfalls eine Internetrecherche nach qualifizierten Betrieben an.

4. Handwerker-Gespräch vorbereiten

Bereiten Sie das erste Gespräch mit dem Handwerker vor und ermitteln Sie den Heiz- und Warmwasserbedarf des Hauses. Wie viel Liter Öl haben Sie in den vergangenen Jahren kaufen müssen? Wie viel Kubikmeter Gas haben Sie bezogen? Die Öl- oder Gasrechnungen der vergangenen Jahre enthalten diese Information. Ein Energieberater kann hierbei ebenfalls weiterhelfen. Überlegen Sie, ob zum Energiesparen weitere Haushaltsgeräte mit Solarwärme versorgt werden können. Mit vorgeheiztem Wasser verbrauchen Waschmaschinen und Geschirrspüler deutlich weniger Strom. Es sind mittlerweile sogar erste Solartrockner auf dem Markt.

5. Fachbetrieb berechnet und berät

Auf Basis der Wärmebedarfsdaten bestimmt der Solarwärme-Experte mithilfe von Simulationsprogrammen und anhand der Bedingungen vor Ort wie Dachneigung oder Sonneneinstrahlung die ideale Anlagengröße. Der Fachmann wird Sie auch über die möglichen Varianten der Nachheizung beraten und die insgesamt zu erreichenden Einsparungen berechnen.

6. Staatliche Förderung für Solarthermie nutzen

Ein guter Fachbetrieb sollte Sie auch zu den staatlichen Förderprogrammen beraten. Wer seine alte Heizung durch ein modernes Heizsystem auf Basis von Erneuerbaren Energien ersetzt, bekommt einen finanziellen Zuschuss. Über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wird beispielsweise die Installation einer Solarwärmeanlage mit bis zu 2.000 Euro gefördert. Es bietet sich an, diese Förderung mit einem Kredit des KfW-Programms Energieeffizientes Sanieren zu kombinieren. Dabei stellt die KfW Bankengruppe bis zu 50.000 Euro zu attraktiven Konditionen bereit.

Aber nicht nur die Investitionskosten für eine Solarheizung werden gefördert. Der Staat bezuschusst darüber hinaus auch eine Energieberatung sowie erforderliche Nebenarbeiten, wie beispielsweise die optimale Einstellung der gesamten Heizungsanlage. Wichtig: Der Antrag muss vor Beauftragung der Arbeiten an der Solarthermie-Anlage über die Hausbank gestellt werden.