In 10 Schritten zum Grundwasserschützer

Leitungswasser ist günstig und gesund. Damit das so bleibt: Zehn Tipps, wie Sie im Alltag unser Grundwasser schützen.

1) Einkaufsbeutel mitnehmen

Jeder kennt den Anblick: Plastiktüten, die vom Wind in Bäume, Sträucher oder Gewässer geweht wurden. Die zerfledderten Tüten sind nicht nur ästhetisch ein Problem: Plastik braucht bis zu 20 Jahre, um zu zerfallen. In dieser Zeit teilt es sich in immer kleinere Teile und setzt Weichmacher frei, die ins Grundwasser gelangen. Nutzen Sie für Ihre Einkäufe besser einen Beutel aus Stoff oder einen Korb. Damit schützen Sie die Umwelt – schicker ist es allemal.

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2) Keine Speisereste in die Toilette werfen

Sie haben geschmaust und wollen die Spuren des Essensgelages schnell beseitigen? Viele werfen die Speisereste kurzerhand in die Spüle oder Toilette. Drei Gründe, warum Sie das nicht machen sollten: Der Abfall kann Ihre Rohre verstopfen, erschwert die Klärung des Abwassers und lockt Ratten an. Geben Sie die Überbleibsel stattdessen in die Bio-Tonne. Auch Fette und Öle gehören dort hinein. Im Abwasser würden sie sich zu einer zähen Masse verbinden. Besser im Rest- oder Sondermüll entsorgen. Auch Fleisch und Fisch sind gut im Restmüll aufgehoben.

3) Batterien und Akkus fachgerecht entsorgen

Werfen Sie Akkus und Batterien auf keinen Fall einfach weg. Sie enthalten Schadstoffe, die – wenn sie auf der Deponie lagern oder verbrannt werden – ins Grundwasser gelangen können. Besonders umweltschädlich sind die Schwermetalle Blei, Cadmium und Quecksilber. Sie können sich in der Umwelt und Nahrungskette anreichern und die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen gefährden. Gemeinden, Händler und oft auch Supermärkte bieten kostenlose Batteriesammelstellen an.

4) Waschmittel sparsam dosieren

Schütten Sie das Waschpulver auch immer Pi mal Daumen in die Maschine? Bei jedem Waschgang gelangen so unnötig viele Chemikalien ins Wasser. Schauen Sie sich Ihre Wäsche für die Dosierung genau an: Wie schmutzig ist sie? Superkompakte Waschmittel reinigen schon bei geringer Dosierung effektiv. Noch umweltschonender sind biologisch abbaubare Wasch- und Reinigungsmittel. Erfragen Sie außerdem beim Wasserwerk den Härtegrad Ihres Wassers: „Weiches“ Wasser benötigt zur Reinigung nur wenig Waschmittel, Wasser mittlerer Härte und „hartes“ Wasser etwas mehr.

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5) Ölwechsel und Autowäsche: nicht auf der Straße!

Zwei wichtige W’s für die Pflege Ihres Auto: Werkstatt und Waschanlage! Säubern Sie Ihren Wagen nicht am Straßenrand. Selbst wenn Sie das Auto mit klarem Wasser putzen: Ruß, Öl, manchmal sogar Schwermetalle im Schmutzwasser sickern in den Boden. Pflegen Sie Ihren Flitzer lieber in einer Waschanlage. Auch das Öl lassen Sie besser in einer Werkstatt wechseln. Gut zu wissen: Das Siegel „Blauer Engel“ weist umweltschonende Anlagen aus.

6) Flächen nicht versiegeln

Was haben Asphalt, Beton und Pflastersteine gemein? Sie verhindern, dass Regenwasser im Boden versickert und auf natürlichem Weg in den Wasserkreislauf gelangt. Die Folge: Der Grundwasserspiegel sinkt. Das Niederschlagswasser wird in die Kanalisation abgeleitet und vermischt sich dort mit dem Schmutzwasser – das die Kläranlagen hinterher wieder säubern müssen. Überprüfen Sie, ob Sie versiegelte Flächen wieder in Grünflächen umwandeln können und befestigen Sie Terrassen, Stellplätze, Zufahrten und Wege nur mit wasserdurchlässigen Belägen wie zum Beispiel Kies oder Rasensteine.

7) Gärtnern ohne Gift, Streuen ohne Salz

Denken Sie daran: Alle Partikel auf dem Boden können irgendwann auch ins Grundwasser gelangen. Streuen Sie daher im Winter kein Salz, sondern Sand oder Granulat. Verzichten Sie beim Gärtnern im Frühling auf Biozide und chemische Pflanzenschutzmittel und düngen Sie nur sparsam. Weniger ist mehr!

8) Produkte aus Ökolandbau kaufen

Die Gewässer leiden unter Pflanzenschutzmitteln und Stickstoffeinträgen aus der Landwirtschaft. Eine der Folgen: erhöhte Nitratwerte im Grundwasser. Kaufen Sie Produkte aus ökologischem Anbau: Durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel vermeiden die Landwirte, dass Stickstoff ins Oberflächen- und Grundwasser gelangt. Boden und Wasserhaushalt bleiben intakt. Auch gut: saisonale Lebensmittel aus der Region. Durch ihren Kauf stellen Sie sicher, dass Ihre Lebensmittel nicht in Trockengebieten unter Einsatz großer Wassermengen hergestellt werden.

9) Weniger Fleisch essen

Intensive Tierhaltung schadet der Umwelt: Die Luft ist mit Amoniak belastet, das Grundwasser mit Nitrat, der Boden mit Antibiotika. Menschen, die weniger Fleisch essen, schützen die Umwelt und leben gesünder. Auch hier ist weniger mehr: Pro Jahr essen die Deutschen im Durchschnitt 60 Kilo Fleisch – die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt die Hälfte.

10) Leitungswasser trinken

Zum Abschluss unser Lieblings-Tipp, wie Sie ganz einfach etwas für den Grundwasserschutz tun können: Trinken Sie Leitungswasser! Es benötigt keine Verpackung, spart Geld und schont die Umwelt. Dazu ist es das am besten überwachte Lebensmittel Deutschlands. In diesem Sinne: ab zum Wasserhahn – und Prost!


Sie wollen noch mehr über Wasser wissen? Am 22. März 2018 findet der jährliche Weltwassertag statt. Das diesjährige Motto lautet „Nature for Water“. Mehr Infos finden Sie hier.