Gewinner der Klimaveränderung

Das giftige Jakobskreuzkraut breitet sich immer weiter aus. Das Klima begünstigt auch andere Giftpflanzen.

Höhere Temperaturen, mehr Sonne und weniger Niederschlag – extreme Wetterbedingungen wie in diesem Sommer schaden Flora und Fauna weitgehend. Die stetige Veränderung des Klimas hat aber auch Gewinner: das Jakobskreuzkraut, hübsch aber giftig, gedeiht besonders gut. Auch andere Giftpflanzen finden sich immer häufiger.

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Klimawandel begünstigt Kreuzkräuter-Wachstum

Kreuzkräuter haben sich in diesem Sommer in großen Teilen Deutschlands stark ausgebreitet. Vor allem das gelb blühende Jakobskreuzkraut ist auf immer mehr Weiden zu finden. Die Zahl der Giftpflanze sei in diesem Jahr explodiert, so der Arbeitskreis Kreuzkraut. „Man führt es auch auf Klimaveränderungen und Witterungsextreme zurück“, sagt Klaus Gehring von der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft. Die Pflanze ist sehr stresstolerant und siedelt sich gern auf Flächen an, auf denen anhaltende Trockenheit den Wuchs anderer Pflanzen verhindert.

Schön, aber giftig

Für Weidevieh wird die Pflanze schnell zur Gefahr, denn sie produzieren Pyrrolizidinalkaloide, die in hoher Dosis tödlich sind. Begünstigt wird der Vergiftungsprozess, wenn das Kraut in getrocknetes Futter wie Heu gelangt. Neben Bauern und Pferdehaltern beklagen immer mehr Imker das rasante Wachstum von Kreuzkräutern. In sehr geringen Mengen können die Giftstoffe schließlich auch in Honig, Wild- oder Kräutertees auftauchen.