Klimaneutrales Kerosin aus dem Emsland

Vor Kurzem ist im niedersächsischen Werlte die weltweit erste Anlage zur klimaneutralen Produktion des Flugzeugtreibstoffs Kerosin eröffnet worden.

In der Anlage im Emsland werde zum ersten Mal im industriellen Maßstab synthetisches Kerosin hergestellt, so Atmosfair, eine gemeinnnützige Umweltorganisation, die Klimaschutzprojekte fördert und betreibt. Nach Erreichen des Regelbetriebs soll die Produktionskapazität bei einer Tonne Rohkerosin pro Tag liegen. Erster Kunde sei die Lufthansa, beliefert werde der Flughafen Hamburg, hieß es bei der Eröffnung der Anlage.

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Ökostrom + Kohlendioxid + Wasser = E-Kerosin

Das so genannte E-Kerosin wird synthetisch mit Hilfe von Wasser und Strom hergestellt, den Windräder und Photovoltaikanlagen aus dem Umland liefern. Außerdem werden Abfall-CO2 aus Lebensmittelresten einer Biogasanlage sowie CO2 verwendet, das über das Air Capture-Verfahren direkt aus der Atmosphäre gewonnen wird. In Werlte seine die etwa 2,3 Prozent des benötigten CO2. Den Regelbetrieb will Atmosfair ab dem ersten Quartal 2022 starten. Hintergrund: Ab dem Jahr 2026 müssen in Deutschland mindestens 0,5 Prozent des Flugkraftstoffes aus Power-to-Liquid-Kerosin bestehen. Dies entspricht jährlich rund 50.000 Tonnen. 2030 steigt die Beimischungsquote dann auf zwei Prozent.