Klimaverträglicher Güterverkehr ist möglich

Eine Studie zeigt auf, dass LNG als Alternative zu Diesel und Schweröl die CO2-Emissionen von Lastwagen und Schiffen erheblich reduziert.

132 Millionen Tonnen CO2 könnten eingespart werden, würden bis 2040 weltweit 6.000 große Containerschiffe mit LNG-Gas anstatt mit Diesel oder Schweröl betrieben werden. Um weitere 4,7 Millionen Tonnen könnten die CO2-Emissionen sinken, wenn bis dahin 480.000 Lastwagen statt Diesel flüssiges Erdgas (LNG) tanken. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Technische Universität Hamburg für den Mineralölkonzern Shell erstellt haben.

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142 Millionen Tonnen CO2 einsparen

Derzeit verursacht der deutsche Transportsektor laut Angaben von Shell 166 Millionen Tonnen CO2. LNG könne bis 2040 die Treibhausgasemissionen im Güterverkehr um insgesamt 142 Millionen Tonnen senken, so der Öl- und Gaskonzern. „Wir sehen in der Seeschifffahrt für LNG großes Potential“, erklärt Shell-Chefvolkswirt Jörg Adolf. „Wenn LNG Schweröl ersetzt, bieten sich hohe Emissionsvorteile.“ Im Straßengüterverkehr eigne sich LNG insbesondere für schwere Lastwagen als Alternative für Dieselkraftstoff, ergänzt DLR-Verkehrsexperte Andreas Lischke.

Trotz vieler Vorteile in Deutschland kaum genutzt

Neben der bereits abgeschlossenen Technologieentwicklung sind das bestehende Angebot an LNG-Serien-Lkw und der leichte Aufbau der benötigten Infrastruktur weitere Vorteile von LNG. Mit LNG könnten Erfolge bei der Reduzierung der Emissionen des Straßengüterverkehrs schneller und kostengünstiger erzielt werden als durch neue Technologien wie Brennstoffzellen oder Elektromobilität, so der DLR Experte. In Deutschland gibt es derzeit laut der Studie nur drei öffentliche LNG-Tankstellen. Zum Vergleich: In Spanien gibt es 37, in Italien 31 und in Frankreich 27 Tankstellen. Shell will noch dieses Jahr vier LNG-Tankstellen in Deutschland in Betrieb nehmen.