Neuer Job für PET-Abfälle

Forschungsteam entwickelt Verfahren für neuen Wertstoffkreislauf in Deutschland: PET-Abfälle als Industriekunststoff.

„UpcyclePET“ ist ein neu gestartetes Forschungsvorhaben der Firma EASICOMP GmbH, dem Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF und dem Öko-Institut. Das Projektteam hat ein Verfahren entwickelt, um Polyethylenterephthalat (PET)-Abfälle als Industriekunststoff einzusetzen und somit den Verbrauch von neuem Kunststoff zu reduzieren.

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Upcycling statt Recycling

„Wir wollen gebrauchtes PET nicht nur einfach als Getränkeflaschen recyceln, sondern zur Herstellung hochwertiger und langlebiger Produkte einsetzen. Diese Idee bezeichnet man als Upcycling“ , erläutert Dr.-Ing. Tapio Harmia, Geschäftsführer von EASICOMP. Der Verbundkoordinator des Projekts Dr. Volker Strubel ergänzt: „Mit diesem Upcycling stellen wir aus Recycling-PET neue glasfaserverstärkte Leichtbau-Teile her und reduzieren so den Einsatz von Polyamiden zur Produktion von Automobilbauteilen wie Motorlager oder Montageträger.“ Die Prozessschritte können alle in einer Anlage erfolgen, somit ist die Produktion der Industriekunststoffe besonders nachhaltig und günstig. „Wir erwarten vom UpcyclePET-Projekt einen Innovationsschub für ein hochwertiges Recycling von Kunststoffabfällen in Deutschland. Das Upcycling von PET-Abfällen birgt das Potenzial für deutliche Umweltvorteile, weil langlebige Produkte entstehen und Kunststoffarten mit wesentlich höherem Treibhausgaspotenzial ersetzt werden können“, sagt Dr. Andreas Köhler vom Öko-Institut.

Recycling war gestern

Der Trend des Recycelns von PET aus Flaschenabfällen hat dank des eingeführten Pfandsystems im Jahr 2015 seine Spitze erreicht: über 97 Prozent des Flaschen-PET wurden wiederverwertet. Somit bilden sie eine wertvolle Quelle für Recycling-PET, das neben der Produktion zu neuen Flaschen auch zur Produktion von Textilien – vor allem in Asien – genutzt wird. Das Verfahren des Upcyclings gewinnt an Bedeutung, da China zum Jahresbeginn einen Importstopp von Kunststoffabfällen in Kraft gesetzt hat. Außerdem kann PET in Form von Industriekunststoffen langlebige technische Anwendungen decken.